So fühlt sich ein Überschlag an

BS I sensibilisiert junge Leute für Sicherheit im Straßenverkehr

+
Mit dem Astrokreisel wird ein mehrmaliges Überschlagen simuliert.

Kempten – Nach einem rasanten Überholvorgang schleudert das Auto in einer Kurve über die Böschung. Es überschlägt sich, bleibt auf dem Dach liegen… Über solche und ähnliche Situationen, manchmal sogar über persönlich Erlebtes, sprachen Lehrer und Dozenten mit den Schülern während der Verkehrssicherheitswoche vom 23. bis zum 28. Mai an der Berufsschule I in Kempten.

Es ist ein Projekt, das Oberstudienrat Jürgen Schmidt ins Leben gerufen hat. Alle zwei Jahre organisiert er diese Veranstaltung, gewinnt Dozenten von der Polizei, vom ADAC, von Fahrschulen und vom Roten Kreuz. Als Zuständiger sucht er nach passenden Themen und koordiniert die teilnehmenden Schulen und Klassen. „Die Schü- ler sind mit Feuer und Flamme dabei und sie nehmen auch jede Menge mit“, sagt Schmidt. Es ist ein großes Projekt, das der ganzen Schule am Herzen liegt. „Unsere Schüler gerade die Berufsschüler im Alter von 17 bis 25 Jahren gehören zum gefährdetsten Klientel auf der Straße“, sagt Hanns Deniffel, Schulleiter der Berufsschule I in Kempten. So hatte es in den letzten Jahren immer Todesfälle gegeben, wo Schüler tödlich verunglückt seien. „Für alle Beteiligten ist dies immer eine ganz schwierige Situation.“ In der Verkehrssicherheitswoche sollen mit gezielten Übungen die Schüler für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden. So können die Schüler beispielsweise bei der Fahrt in einem Gurtschlitten am eigenen Körper spüren, was bei einem Aufprall auf ein stehendes Hindernis passiert. Der Aufprall war für Vinzent Koffler „überraschend stark“. Der 18-Jährige war sich nicht bewusst, welche Kräfte schon bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern auf seinen Körper wirken. „Allerdings“, fügt Schmidt hinzu, „seid ihr jetzt darauf vorbereitet und spannt euren Körper entsprechend an.“ „Im Normalfall, wisst ihr nicht, wann ihr irgendwo dagegenfahrt.“

Um zu erfahren, wie es sich ein mehrmaliges Überschlagen und die dadurch entsprechende Orientierungslosigkeit anfühlt, können sich die Schüler im Astrokreisel anschnallen und drehen lassen. Jermey Gassner (17) hat die Erfahrung im Kreisel Spaß gemacht. Er findet es toll, dass die Schule die Verkehrssicherheitswoche anbietet. Beim anschließenden Besuch des Überschlagssimulators empfängt Manfred Schä- fer vom ADAC die Schulklasse. Paarweise dürfen sie als Fahrer und Beifahrer in den gelben Golf einsteigen, sich anschnallen und erfahren, wie es sich anfühlt, wenn sich das Auto überschlägt, der Gurt sich festzurrt und das Auto schließlich auf dem Dach liegenbleibt. „Bereits nach zwei Minuten kopfüber, könne je nach körperlicher Verfassung, Bewusstlosigkeit bei Personen eintreten“, sagt Schäfer. So war es für Jan Weber (17) am Anfang „recht lustig“, als er noch seitlich im Auto war. „Als das Blut dann in den Kopf geschossen ist, wurde es relativ unangenehm und es war sehr erleichternd, als wir wieder normal drinsaßen.“ Der 17-Jährige hält die Übung im Überschlagssimulator für sehr hilfreich, gerade die Erklärungen, wie man sich aus solch einer Situation schnell befreien könne, seien sinnvoll gewesen. Auch zum Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr gab es einen Promilleparcours mit speziell präparierten Brillen. Auf das Thema: Ablenkung durch „Handy am Steuer“ wurde mit Filmen, Tests und Teamaufgaben aufmerksam gemacht. Mit einem vielfältigen Portfolio an Übungen und Simulationen stößt die Verkehrssicherheitswoche bei vielen Schülern auf reges Interesse und bringt sicherlich einige auch zum Nachdenken.

Tamara Lehmann

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die Samstag-Bilder aus der Kreisbote-Fotobox
Das sind die Samstag-Bilder aus der Kreisbote-Fotobox
Fotostrecke: Besuch auf der Allgäuer Festwoche
Fotostrecke: Besuch auf der Allgäuer Festwoche
Und das gab´s am Freitag in der Fotobox zu sehen
Und das gab´s am Freitag in der Fotobox zu sehen
Allgäuer Festwoche 2019 - die Polizeiinspektion zieht Bilanz
Allgäuer Festwoche 2019 - die Polizeiinspektion zieht Bilanz

Kommentare