Fasching im Allgäu

Raketen über den Graben

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Die Jugendgarde auf dem „Sonnendeck“ des Narrenschiffs der Faschings-Gesellschaft Dietmannsried.

Dietmannsried – Zum Finale der (kurzen) Faschings- und Fasnachtszeit stach auch heuer das „Narrenschiff“ der Faschingsgesellschaft Dietmannsried FGD in See und nahm die Gäste mit auf seine Kreuzfahrt.

Die bewährte bunte Mischung aus Showtänzen, Sketchen und lokalen Seitenhieben sorgte wieder für viel „Gockolores ohe!“ Nachdem der Hausmeister der FGD, Stephan Blind, die Bühne noch einmal gekehrt hatte, präsentierte der Hofmarschall (Stephan Sörgel) das Prinzenpaar der Saison – und spendierte ausnahmsweise eine „Rakete“ für den Elferrat, der mit der weiteren Veranstaltung wohl nichts zu tun habe. Und Prinzessin Birgit I. plauderte dann in der Proklamation auch gleich aus dem Nähkästchen: Sie wollte ja schon immer mal die Prinzessin sein, aber der Prinz, Christian III., gemeinhin als „Fipps“ bekannt, sei eher verhalten ins Rennen gegangen. Man habe ihn erst später gefragt, nachdem die Wahl offenbar längst getroffen war. Seine Rolle beschrieb das Paar ganz treffend: dass der Narr sich traut und auch mal unter'n Teppich schaut... 

Hohn und Spott 

Das ließen sich die närrischen Akteure nicht zweimal sagen. Die Truppe „FGD-Chor“ widmete sich dann den hausgemachten Themen aus Diet- mannsried. Die Festhalle renoviert? Zwar gab's keine neue Klimaanlage, keinen neuen Boden und anderes – aber immerhin neue Stühle! Und Vor- hänge. Ausgesucht von Männern. Der „große Graben“ teilt Dietmannsried in einen „reichen Süden und einen armseligen Norden“, stellten die FGD'ler fest. Familien würden auseinander gerissen, Omas könnten ihre Enkel nicht besuchen. Dafür ist Dietmannsried quasi das Shopping-Paradies fürs ganze Umland geworden – vor allem die Altusrieder Nachbarn. Die Fahrt nach Kempten könne man sich getrost sparen angesichts der „Einkaufsseligkeit“ am Ort. 

Baustellen-Mathematik 

Während der Ausbau eines gut 200 Meter langen Straßenstücks in Dietmannsried über 100 Tage gedauert habe, seien in China in kurzer Zeit tausende Kilometer Autobahn gebaut worden. Warum nicht die Chinesen bauen lassen? Die würden am Vormittag die B12 vierspurig ausbauen und sich am Nachmittag desselben Tages um das „große Loch“ in Kempten kümmern..., so die schlüssige Baustellen-Mathematik. Der „Gmoindspostbot” (gespielt von Stefan Fackler) berichtete wieder von Ereignissen, die so nicht bekannt waren. Etwas der Ausflug mit Hindernissen der Frauenbund-Damen nach Füssen oder die Verwechslungskomödie, als Franz und Zenzi auf den Faschingsball „wollen müssen“. Dass die „alte Garde“ des Dietmannsrieder Elferrates noch höchst aktiv und agil sein kann, bewiesen die Senior-Chaoten mit einer Inszenierung eines Bewerbungsvideos für die Olympischen Spiele in fernen Jahren. Josef Gutsmiedl

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