Bei der Ganztagsbetreuung geht es voran

Einen „hohen Ausbaustatus“ bescheinigte Birgitt Richter, Leiterin des Amtes für Kindertagesstätten, der Ganztagsbetreuung an Kemptener Schulen. Wie sie vergangene Woche dem Schulausschuss berichtete, sei an jeder der Grundschulen ein offenes Betreuungsangebot bis in den Nachmittag hinein sowie an vier Grundschulen eine gebundene Ganztagsklasse im Angebot. Einzige Ausnahme: Die Fürstenschule, wo sich weniger als die mindestens zwölf benötigten Kinder für das offene Angebot interessiert hätten.

Der Kemptener Schulrat Hans Fasser will aber auch hier eine Möglichkeit für die „Gestrandeten“ finden „adäquat betreut zu werden“ und Mittagessen zu bekommen. Gerade für die offenen Betreuungsangebote gebe es „wachsenden Zuspruch“ stellte er einen „etwas stagnierenden Bedarf für gebundene Formen“ fest. Aufgrund mangelnder Nachfrage seien an Lindenberg- und Nordschule keine gebundenen Ganztagesklassen in der dritten Jahrgangsstufe zustande gekommen und die neue, gebundene erste Klasse an der Haubenschloßschule sei „nur unter erheblichen Mühen“ entstanden, erklärte er. Über eine Million Euro gibt die Stadt für internes und externes Betreuungspersonal aus. Rund 870 000 Euro stehen dem an Einnahmen aus Elternbeiträgen und Fördermitteln gegenüber. Der Kostenanteil liegt laut Amtsleiterin Richter bei 255 000 Euro. Einsparungen gebe es unter anderem durch die reduzierte Hortbetreuung um fünf Klassen und bei den Kosten für das Mittagessen bedürftiger Kinder. Letztere „mussten wir bisher tragen“, verwies OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) darauf, dass die Aufgabe jetzt „da ist, wo sie hingehört“ – beim Staat. Mit Hilfe der beiden Kooperationspartner für die Betreuungsangebote – Diakonie und Stadtjugendring – soll unter anderem das Ferienbetreuungsangebot weiter ausgebaut werden. "Wird noch besser" Stadtrat Thomas Kiechle (CSU) lobte, dass die Betreuungssituation noch nie so gut gewesen sei „und sie wird noch besser“. Er mahnte aber auch ein „Stück weit Verpflichtung“ seitens der Eltern und Schüler an, das Angebot anzunehmen. Erna-Kathrein Groll (Die Grünen) sah die Vielzahl an Betreuungsformen „als Übergang“, der zur gebundenen Form führen müsse, die eher Chancengleichheit gewähre. Dafür wollte sich Kiechle allerdings nicht erwärmen und auch Schulrat Hans Fasser mutmaßte, dass die Schulen vor Ort weitgehend baulich wohl nicht als Ganztagesschulen geeignet seien. „Da muss noch viel passieren“, meinte der Schulrat gegenüber den Ausschussmitgliedern.

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