"Garant für deutsche Interessen"

Launige Gespräche an einem lauen Sommerabend: Der Generalsekretär der Bundes-FDP Patrick Döring (Mitte) unterhält sich auf dem Sommerfest der Kemptener FDP mit Stadtrat Ullrich Kremser und MdB Stephan Thomae (rechts). Foto: Spielberg

Wer heuer ein Gartenfest plant, der lässt sich auf ein Lotteriespiel ein, zeigt sich der Sommer doch regelmäßig am Abend gerne von seiner feuchtwarmen Seite. Die FDP-Kempten aber hatte in diesem Jahr Glück: Bei ihrem traditionellen Sommerfest am Freitag, zu dem auch der neue FDP-Generalsekretär Patrick Döring eingeladen war, zeigte sich der Wettergott von seiner launigen Seite. Als Location hatte Stadtrat Dr. Dominik Spitzer seiner Partei ein Anwesen im Rothkreuz 8 zur Verfügung gestellt, dass er erst neulich erwarb und dessen künstlerisch-kreativer Fingerabdruck des Vorbesitzers noch immer deutlich sichtbar ist.

Verwunschen liegt die alte Mühle an der Rottach und gleicht in ihrer fröhlich bunt gestrichenen Anmutung eher einem Anwesen in der Toskana, als einem schwäbischen Kniestockhaus mit angrenzenden Mühlenstadel. Im Garten gibt es zudem eine original chinesische Pagode zu bestaunen und ein raffiniert angelegtes Baumhaus lädt Kinder zum Spielen ein. Der passende Ort also für eine Partei, die sich den Wert „Freiheit“ sowohl in der Kommunalpolitik, wie in der Bundespolitik auf ihre Fahnen geschrieben hat. FDP-Stadtrat Dr. Dominik Spitzer begrüßte die geladenen Gäste, Mitglieder und Freunde der Liberalen, die vielfach mit ihren Familien erschienen sind. An einem der Dutzend Biertische haben sich auch die „Julis“ eingefunden, die jungliberalen Politiker der FDP-Kempten und Oberallgäu. Dr. Spitzer sprach den vielen großen und kleinen Helfern des FDP-Sommerfestes seinen Dank aus und heiß auch die Ehrengäste willkommen, darunter die „Grande Dame“ der Allgäuer Liberalen, Gisela Bock, heute Ehrenvorsitzende der FDP-Schwaben und Kreisvorsitzende der FDP-Oberallgäu. Anschließend übernahm Stephan Thomae, Kreisvorsitzender der FDP Schwaben und Mitglied des Bundestages, das Wort. Schon seit langem ist es ihm ein Anliegen, Menschen zum Mitgestalten an öffentlichen Themen zu bewegen um sie dadurch aus ihrer passiven Rolle einer reinen Zuschauerdemokratie zu befreien. Thomae wünscht sich mehr Engagement Thomae zeigte sich besorgt über ein schwindendes politisches Engagement vieler Mitbürger und richtete seinen Appell an alle Willigen, sich an politischen Prozessen zu beteiligen, denn so Thomae in seiner Ansprache: „Die Demokratie hat seit 67 Jahren in Deutschland für stabile Verhältnisse gesorgt, was sich auch ökonomisch ausbezahlt hat.“ Mit diesen Worten leitete Thomae über zum eingeladenen Ehrengast des Abends, dem neuen Generalsekretär Patrick Döring. Der 39-Jährige weilt zur Zeit im Allgäu im Urlaub und musste nicht lange gebeten werden, das FDP-Sommerfest in Kempten zu besuchen. Döring kam gleich zur Sache und hielt eine Rede zu dem Thema, das die anwesenden Gäste wohl zur Zeit am meisten bewegt: Die Euro-Krise. Genauer, das sich stetig wiederholende Neuauflegen weiterer Rettungsschirme zur Rettung von Staaten, um diese vor einem drohenden Staatsbankrott zu bewahren. Döring sieht im aktuellen Krisen-Szenario die Verantwortung nicht in erster Linie bei den Banken, sondern bei Regierungen von Staaten, die ihren Bürgern eine Rundumversorgung mit einem Renteneintrittsalter von 60 Jahren gewähren. Die Kosten dafür finanzieren sie aber geschickt über die Jahre mit von Banken gewährten Staatsanleihen, bis, wie jetzt, der Rauch aufsteigt und sie keine Kredite oder diese nur mehr zu teuren Zinsen erhalten. Dann, so Döring, klopfen diese Politiker bei der Euro- päischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt an die Tür und verhandeln neue Hilfskredite in fensterlosen Brüsseler Büroräumen aus und die betroffenen Banken drohen Politikern mit pekuniärer Kernschmelze, sollten diese ihr Geldinstitut in die Pleite gehen lassen. Der Generalsekretär der Bundes-FDP versprach den anwesenden lokalen FDP-Mitglie- dern, sich dafür einzusetzen, dass es eben jetzt nicht zu einer Transferunion kommt, in der der deutsche Arbeiter und Angestellte, der wagemutige deutsche Mittelständer, die Zeche dafür zahlen, dass andere, Döring sprach „von unseren europäischen Freunden und Partnern“, über ihre Verhältnisse leben. Mit ihm und der FDP hätten liberale Wähler einen Garanten für deutsche Interessen in die Regierungs- koalition gewählt, meinte er abschließend. Für seine Ausführungen zur aktuellen Krise der europäischen Währung erhielt er viel Beifall vom Publikum und ließ den Beobachter erkennen, wie schwierig es momentan für alle deutschen Politiker sein muss, sich einerseits europäischen Partnern als freundschaftlicher Helfer zu zeigen, gleichzeitig aber auch das Primat innerdeutscher Interessen nicht aus den Augen zu verlieren. Hier rächen sich scheinbar die Webfehler einer überhastet vollzogenen Währungsunion. Neben den vielen bundespolitischen und lokalen Themen wurde auf dem Sommerfest aber natürlich auch geplaudert, geratscht und gelacht. Bereitwillig standen die beiden anwesenden Stadträte Dr. Dominik Spitzer und Ullrich Kremser den Gästen Rede und Antwort zu kommunalpolitischen Fragen. Hermann Übelhör war an diesem Abend für die Musik verantwortlich und mit einem großen italienischen Buffet zeigte sich die FDP-Kempten an diesem lauen Sommerabend italophil. Und niemand schien die deutsche Bratwurst zu vermissen. Am Abend zogen von Richtung Süden her doch noch heftige Gewitter auf, die in diesen unberechenbaren Zeiten das stetige Tragen von „Rettungsschirmen“ leider notwendig machen.

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