Grüne Lebenskraft

Gartenprojekt des Allgäuer Kräuterland e. V

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Kempten – In der letzten Sitzung des Klimaschutzbeirats wechselte die Vorsitzende Gerti Epple für den zweiten Tagesordnungspunkt die Rollen und berichtete als Erste Vorsitzende des Allgäuer Kräuterlands vom neuen Gemeinschaftsgarten des Vereins: Die Kräuterkundigen haben sich dazu entschlossen, ein etwa ein Hektar großes Grundstück gegenüber der Bachtelmühlsiedlung, quasi „auf dem Weg zum Bachtelweiher“, für vorerst fünf Jahre von der Stadt zu pachten.

Sie hoffen aber auf „ein immerwährendes Projekt, das sich nach einer ersten Investition durch den mitgliederstarken Mutterverein selber trägt. Der Garten werde nicht öffentlich zugänglich sein, aber, solange der Andrang nicht zu groß sei, könne jeder Interessierte unabhängig von seinen Vorkenntnissen Projektmitglied werden und aktiv mitgärtnern. Anders als in einer Schrebergartenanlage werde es keine individuellen Parzellen geben, wesentlich sei das gemeinschaftliche Tun, Experimentieren und Lernen. Das Leben in der Stadt habe „körperlich, geistig und seelisch“ auch sehr negative Auswirkungen, „im Grünen schöpfen wir neue Lebenskraft“. Zudem „hat sich der Mensch noch nie so artfremd ernährt“ wie heute; im Gemeinschaftsgarten hingegen, der auch als Selbstversorger-Projekt gedacht sei, könne man „Lebensmittel pflücken“. 

Das Projekt will aber nicht nur Appetit auf gesunde, naturbelassene Nahrung machen, sondern auch „den Wissensdurst“ der TeilnehmerInnen „stillen“. „Fachexperten und Koordinatoren“ werden ihre Kenntnisse über die große Vielfalt an essbaren Wildpflanzen, deren Verwendung und Zubereitung weitergeben, denn „ich kann nur schützen, was ich schätze“. Bei einem „Brainstorming-Treffen“ habe man bereits „Fäden gesponnen“ und viele Ideen gesammelt, erzählte Epple: Der gemeinschaftliche Bau einer Komposttoilette unter fachkundiger Anleitung sei fest eingeplant, zwei Frauen wollen sich um die Heidschnucken des ehemaligen Pächters kümmern, man könne Sauerkraut stampfen, aus Kastanien Waschpulver herstellen, Wildfrüchte ernten und auf dem Holzherd in der bereits vorhandenen Hütte Gemüse aus Bärenklauknospen kochen. 

Beim Aussäen und Anpflanzen legen die traditionsbewussten Naturschützer großen Wert auf regionaltypisches, ‚alteingesessenes‘ Saatgut. Noch im Herbst wollen sie starten und Obstbäume pflanzen, aber „das Tempo geben die Mitwirkenden vor“, der Kräuterland Verein werde sie begleiten und „den Rahmen schaffen“. 

Antonia Knapp

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