Gassenhauer aus den Alpen

Zeigten beim Benefizkonzert für „Plan B”, dass sie die musikalische Palette von Rock bis soft bestens beherrschen: Frontmann Martin Kilger (Mitte) und die Bandmitglieder Marcel Jeker (links), Matthias Schüpbach (2.v.r.) und Hannes Munzinger (rechts). Foto: Tröger

Da konnten die Konzertbesucher wahrlich nicht meckern: Drei Stunden Programm und noch eine Hand voll Zugaben obendrein bekamen sie am Sonntag beim Benefizkonzert von den Allgäuer „Buddha Brez’n“ um Tobias Schwarz-Gewallig und dem Hamburger Martin Kilger mit Band im Kemptener Kornhaus geboten. Spiel- und plauderfreudig gaben sich die Musiker im regen Wechsel die „Bühnenklinke“ in die Hand, musizierten gelegentlich auch „durchmischt“ und erfreuten ihr Publikum mit gecoverten Alpenpop-Gassenhauern (Buddha Brez’n) oder berührenden Balladen bis fetzende Rocksounds von Kilger und den „Schweizern“.

Letzteren war allerdings nicht anzumerken, dass sie keine allzu lange Probenvorlaufspanne mit Frontmann Kilger (Gesang, Piano) gehabt hatten. Marcel Jeker (E-Gitarre), Philipp Schlotter (Piano), Christian Spahni (E-Bass), Matthias Schüpbach (Drums) und als Gast aus Ravensburg Hannes Munzinger (Percussion, Gesang) – auch ein hervorragender Gesangssolist, wie er mit zwei Eigenkompositionen bewies – überzeugten von Anfang bis zum Ende. Ihren Spaß hatten nicht nur die Zuhörer. Auch die Musiker auf der Bühne flachsten nicht zu knapp, allen voran die beiden befreundeten Band-Chefs. Prominenz des Nordlichts hin oder her – Klinger hat sich unter anderem als Videoregisseur für verschiedene Künstler, als Keyboarder für Nina Hagen und die „Söhne Mannheims” oder – mit Band – im Vorprogramm von Joe Cocker einen Namen gemacht – klappte das Mitsingen des Publikums bei seinen eigenen Stücken wie dem Radiohit „Leicht“ oder „Göttin“ nicht auf Anhieb. Für Schwarz-Gewallig die Bestätigung seiner frotzelnden Prophezeiung: „Dich kennt hier kein Schwein“. Kein Heimvorteil Dass der Bandname nicht nur mit seiner Vorliebe für Butterbrezen zu tun habe, sondern dafür stehe, „dass man was lustiges auch mit Philosophie verbinden kann“, ließ er das Publikum ebenso wissen. Mit seinen Bandkollegen Bertram Hahn (Gitarre, Saxophon, Klarinette), Rainer Wiedemann (Kontrabass) und Florian Seilder (Drums) riss er seine Fans mit neuen Arrangements von Werner Schmidbauers „Momentensammler“, Wolfgang Ambros’ „Du bist die Blume aus dem Gemeindehaus“, oder „Heast des net“ von Hubert von Goisern förmlich mit. Heimvorteil hin oder her: Beide Formationen lagen in der Publikumsgunst schlussendlich gleichauf. Aber um einen Wettstreit ging es ja auch gar nicht. Vielmehr spielten die Vollblutmusiker mit der Veranstaltung von „Tanzlation.de“, unter dem Motto „Ich lass Dich nicht allein“, 1500 Euro für den Kinder- und Jugendhilfsfonds „Plan B“ des Stadtjugendrings (SJR) Kempten ein. Und damit die Konzertbesucher auch über den Verbleib ihres Eintrittsgeldes Bescheid wissen, klärte SJR-Vorsitzender Stefan Keppeler sie auf, dass damit nicht so gut situierten Kinder und Jugendliche zum Beispiel in den Genuss von „Zeltgeschichten“ oder regelmäßig einer gesunden Zwischenmahlzeit aus Obst kommen.

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