Kemptener Jugendhaus feiert Geburtstag

40 Jahre Kemptener Jugendhaus

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Hell und freundlich wirkt das Jugendhaus Kempten im Schein der Feuershow, bei der auch am heutigen Samstagabend mit dem Künstler Fuego Diavolo viele Gesichter und das historische Gebäude erstrahlen werden.

Kempten – Dieses Wochenende feiert das Jugendhaus Kempten mit einem vielfältigen Konzertprogramm seinen 40-sten Geburtstag. 

Als der Fürstabt Anselm von Reichlin-Meldegg 1730 den Marstall in der Stiftstadt erbaute, hätte er wohl in seinen kühnsten Träumen nicht daran gedacht, dass aus seinem Reitstall ein Begegnungs- und Veranstaltungsort für Jugendliche werden könnte. 

In der Festschrift „40 Jahre Jugendhaus Kempten, 1974 – 2014“ erinnert sich der ehemalige Kemptener Jugendpfleger, Rudolph Müller-Tolk, an die Gründungsversammlung des „Jugend-Freizeitheim-Fördervereins Kempten e.V.“ am 7. Januar 1971. Zu den Mitgliedern gehörten unter anderem der damalige Oberbürgermeister Dr. Josef Höß, der Stadtjugend-Vorsitzende Karl-Heinz Wilde und die Stadträte Dr. Franz Tröger, Ludwig Frick und Dieter Zacherle. „Ziel des Vereins war es“, so Müller-Tolk, „einen Treffpunkt und ein Freizeitangebot für Jugendliche in Kempten zu schaffen, die nicht in Vereinen und Verbänden organisiert sind.“ Dank dem Förderverein, kommunaler Finanzierung und Zuschüssen vom Bayrischen Jugendring konnten schon im März 1974 die Türen der Landwehrstraße 2 für die Jugendlichen geöffnet werden. Diese hatten bereits im Vorfeld tatkräftig bei den Umbaumaßnahmen mitgeholfen. „Heute ist eine bauliche Beteiligung von Jugendlichen in dieser Form aus Sicherheits- und Brandschutzgründen gar nicht mehr möglich“, sagt Markus Heider, der seit 1990 das Jugendhaus Kempten leitet. Dennoch sind es auch jetzt die Jungs und Mädchen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, die an der Gestaltung der Innenräume maßgeblich beteiligt sind. So ziert den Eingangsbereich zum Beispiel ein buntes Gemeinschaftswerk, das 2012 aus einem Projekt der Kunstwerkstatt mit der Kemptener Künstlerin Gwen Boos hervorgegangen ist. 

Jugendarbeit damals und heute: Markus Heider, der seine Arbeit vor 25 Jahren im Jugendhaus begann, bezeichnet die tragfähige und kontinuierliche Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen als Kern der Jugendarbeit. „Heute kommen die Jugendlichen zwar nicht mehr wie früher acht Jahre ihres Lebens zu uns, dennoch entwickelt sich zwischen den Mädchen und Jungen durch die Beständigkeit der Mitarbeiter ein echtes Vertrauensverhältnis“, so Heider. „Neben den Aktionen, Veranstaltungen und Workshops bleibt immer ausreichend Zeit für Gespräche über Freunde, Schule und Familie.“ Vor allem aber ist in den vielen Räumen des Jugendhauses von Anfang an Platz für eine Holzwerkstatt, Kreativität, Musikkultur und einfach zum Jungsein. Dass das Konzept des Jugendhauses ganz und gar aufgeht, zeigt sich an der Fan-Gruppe „Ich wollte Teil einer Jugendbewegung sein“ auf Facebook, die in höchsten Tönen von den guten Zeiten schwärmt und von Geburtstagsbesuchern, die – so wird gemunkelt – extra aus den Staaten und Australien angereist sind, um ihr Jugendhaus und ihre Bands wieder einmal live zu erleben. 

Umbau 2003 bis 2006 

Seit der Sanierung setzt das Jugendhaus auch verstärkt auf die Kooperation mit Schulen, die die Küche oder das Kunstatelier zur Mittagsbetreuung sowie den modernen Medienraum für außerschulische Bildungsarbeit zum Thema „neue Medien“ nutzen. Aus dem ehemaligen Konzertsaal wurde ein großer Multifunktionsraum mit Sportboden, Spiegel- und Kletterwand, der seitdem für regionale Bandauftritte ebenso ge- eignet ist wie für die Interessentengruppe „Break Dance“. Es ist kaum mehr vorstellbar, dass das historische Gebäude vor seiner Eröffnung als Lagerhalle gedient hat – ohne Stockwerke und nur mit einem Lehmboden versehen. Auch das Kellergewölbe, in dem heute lautstark auf dem Schlagzeug geprobt wird, war damals Stauraum für Obst und Bananen. 

Für die Zukunft... 

sehen Leiter Markus Heider und sein hauptamtliches Team Josephine Kratky, Marcus „Luigi“ Zahnleiter und Alexander Burggraf im Jugendhaus weiterhin „den offenen und niederschwelligen Zugang für alle Jugendlichen in Kempten, die beratenden Gespräche, die Medienarbeit, die Kooperation mit Schulen und die regionale Bandkultur“ als Schwerpunkte. Hierfür ist der Treffpunkt dank personeller, räumlicher und technischer Möglichkeiten sowie der großen Befürwortung und Unterstützung durch den Träger, der Stadt Kempten, bestens gewappnet. Natalie Markl

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