Ode an das freie Lebendige

Maria Profanter rühmt unsere Denkkraft in ihrer Ausstellung

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Künstlerin Maria Profanter mit AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke vor ihrem Werk „Séance-Trautenwolfstraße“.

Kempten – Rot, grün, gelb, blau, ein fröhlicher Reigen aus farbigen Ovalen. So wirken die meist kleinformatigen Werke aus der Ferne. Von nah wird klar, es sind lauter Gehirne.

Mal auf dunklem, mal auf hellem Grund, mal windet sich eine grüne Linie mit knospenartigen roten Punkten durch die Hirnform, mal ähnelt sie einer Röntgenaufnahme, mal einem Fingerabdruck. Was sie verbindet, ist das Organische, das Leben. „Es sind Bilder, die das freie Lebendige feiern“, sagt Maria Profanter bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im AÜW-Infocenter. Die Künstlerin, die im Wasserkraftwerk Hinterstein - dem Gründungshaus der Allgäuer Kraftwerke – aufgewachsen ist und dort heute noch malt, reagiert auf die neuesten technischen Entwicklungen: künstliche Intelligenz, die das menschliche Gehirn in seiner Leistung bald übertreffen wird. Zeilen aus dem bekannten Volkslied „Die Gedanken sind frei“ sind auf einige der Bilder mit Bleistift geschrieben. „(noch) frei“ heißt es allerdings bei Profanter. Zu jeder ihrer Ausstellungen möchte die Künstlerin künftig einen Text verfassen. Auch den Vernissagebesuchern gab sie Gedanken mit auf den Weg. „Mit den elektrischen Impulsen bildet unser Gehirn die Wirklichkeit ab, ohne uns ereignet sich die Wirklichkeit nicht“, sagt sie. Die Elektrizität, ein weiteres verbindendes Element zwischen Profanters Ausstellung und dem AÜW. Aufgebrochen wird die Reihe der einzelnen Gehirne durch Bilder im großen Format, auf denen mehrere gruppiert sind. Es scheint, als treten sie miteinander in Dialog, ihre Farben fließen ineinander, so erklärt es die Künstlerin. Neben der Aquarelltechnik wie hier bei der „Tischrunde“ arbeitet sie auch mit Pigmenten, Gouache, Graphit oder Oilstick, oder einer Mischtechnik beziehungsweise Drucktechnik. Beeindruckend ist die Tiefe und Vielschichtigkeit, die in den Bildern zu erkennen ist. Profanters Blick in die Zukunft ist kein düsterer, sondern ein hoffnungsvoller. Die Ausstellung ist bis Freitag, 24. November, Mo-Do, 8 bis 5.30 Uhr geöffnet, Fr 8 bis 11.30 Uhr in der AÜW-Stadtsäge, Illerstraße 12.

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