Gefangene helfen Kindern

Mitarbeiter der Straffälligenhilfe, Emil Wagner (v.l.), Marianne Wagner, Pfarrerin Annegret Pfirsch, Marianne Mayr und die Initiatorin Elke Bayerl und Helga Heimann freuen sich über die fertiggestellten Kartons. Foto: Dörr-Schratt

Die Stimmung in der Mehrzweckhalle der Kemptener Justizvollzugsanstalt ist gut. 25 Insassen beugen sich mit konzentrierten Gesichtern über Schuhkartons vor ihnen auf dem Tisch, die sie mit buntem Papier bekleben. Sie arbeiten freiwillig für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Initiatorin Elke Bayerl kommt seit 2005 nach Kempten, um mit den Gefangenen etwas zum Gelingen der Aktion beizutragen. Die Straffälligenhilfe Allgäu unterstützt diese Initiative. Ebenso wie Pfarrerin Annegret Pfirsch, die mit hilft, dass Scheren, Klebstoff und Kartons an der richtigen Stelle sind.

Zunächst zeigt Bayerl einen Film über die Verteilung der Kartons in Rumänien im vergangenen Jahr. Sie erklärt, dass die Pakete auch heuer wieder Richtung Osteuropa gehen. Dort werden sie im Dezember und auch noch im Januar verteilt, da Weihnachten in den Zielländern nicht überall zum selben Termin gefeiert wird. Für gute Sache engagieren Die Gefangenen arbeiten im Team. Einer klebt, der andere schneidet zu. Die Kanten werden sorgfältig glatt gestrichen. „Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel Tapetenkleister nimmt“, meint einer. „Sonst wird das Papier wellig.“ Die Männer sind ganz bei der Sache. Einige haben selbst Kinder und freuen sich, etwas für Kinder in Not tun zu können. Ein anderer hat die Gelegenheit ergriffen, mal aus der Zelle zu kommen und sich zugleich für eine gute Sache zu engagieren. Die Kartons sollen draußen schließlich von Spendern mit einer Kleinigkeit zum Anzie-hen, Hygieneartikeln, Süßigkeiten, einem Spielzeug und einem Kuscheltier gefüllt werden, bevor sie auf die Reise gehen. Die Kosten hierfür werden mit einer Spende von sechs Euro pro Karton abgedeckt. Als die Gefangenen aufbrechen, stehen mehr als 50 fertige Kartons auf den Tischen. „Schade, dass wir schon fertig sind“, meint einer. „Die gemeinsame Arbeit hat Spaß gemacht.“

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