Grabungen am Hildegardplatz

Neue Erkenntnisse

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Dem geübten Auge von Manfred Haas (links) ist die vermutlich kleine Murmel im Boden nicht entgangen. Laut Grabungsleiter Ernst Sontheim (rechts) dienten sie auch damals schon den Kindern zum Spielen.

Kempten – Schon ein gutes Stück weiter sind die Archäologen beim Mauerfund von vergangener Woche im westlichen Teil des Hildegardplatzes gekommen.

So konnte Grabungsleiter Ernst Sontheim die Fläche des „fast quadratischen Kernbaus“ mit grob acht Quadratmetern beziffern. Eine Größe, die ganz gut zu den damaligen Wohntürmen passe, von denen er hier einen für die Erstnutzung des Gebäudes vermutet. Später sei das Gebäude offensichtlich um „stumpf angesetzte Anbauten“ erweitert worden, deutete er auf außerhalb des Grundrisses liegende Linien auf der frisch erstellten Planskizze. Möglicherweise sei in der letzten Nutzungsphase ein „Badhaus“ darin untergebracht gewesen, worauf unter anderem ein „Haufen alter Schropfköpfe „ hinweise, wagte er erste Spekulationen. Auch könnten die Funde ganz gut dazu passen, „dass es nach dem Dreißigjährigen Krieg wie viele andere Badstuben per Verordnung der Landesherren geschlossen wurde“. 

Den Badebetrieb habe damals ein Bader geregelt, erklärte er, dass dieser in „Multifunktion“ nicht nur für das Badewesen, Kosmetik und Körperpflege zuständig gewesen sei, sondern auch für Zahn- und Augenheilkunde sowie kleinere chirurgische Eingriffe oder eben den Aderlass, eine mögliche Erklärung für die vielen gefundenen Schropfköpfe. Noch keinerlei Zuordnung konnte Sontheim zum freigelegten Stück einer Säule machen. „Wir müssen erst noch schauen worauf sie steht und wie zentrisch sie zum Gebäude ist“, wollte er auch die Möglichkeit nicht ausschließen, dass sie auch zufällig an dieser Stelle in der Erde stecken könnte. Derzeit wird laut Sontheim in einer Tiefe von 40 Zentimetern unter der Asphalthöhe gegraben. Bleibt also abzuwarten, was auf dem Weg bis „mindestens 1,20 Meter unter Asphalthöhe“, so sein Ausblick, noch zum Vorschein kommt. Christine Tröger

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