FCK gegen Fördergemeinschaft

Die Mitglieder des FC Kempten haben einer Jugendfördergemeinschaft (JFG) mit dem TSV Kottern am vergangenen Montag eine Absage erteilt. 43 der 52 Stimmberechtigten, die zu der extra einberufenen Versammlung in das Gasthaus „zum Stift“ gekommen waren, lehnten die JFG ab. Vorbehalte gegen die Zusammenarbeit mit Kottern und die prekäre Gesamtsituation des Vereins gaben dafür den Ausschlag. Jugendleiter Walter Auerbacher, der die Idee der JFG leidenschaftlich vertrat, erklärte daraufhin seinen Rücktritt zum Saisonende.

Unter ihm als Not-Vorsitzenden werde es keine JFG geben, denn darüber müssen die Mitglieder abstimmen. Das hat der derzeitige Vorsitzende des FCK, Michael Eß, kürzlich im Interview mit dem KREISBOTE klar gemacht. Zu eben dieser Abstimmung kam es durch Auerbachers Antrag nun früher als gedacht. Mit Nachdruck warb der Jugendleiter bei der Versammlung dafür, die Förderung der Jugend vor Ort zu bündeln. „Die Region wird irgendwann stolz sein können, dass sie gute Jugendspiele sehen kann“, erklärte er. Auch rund zwei Drittel der Jugendspieler seien dafür, berichtete Auerbacher. Rückhalt bekam er von Willi Frasch. Viele Spieler wandern nach Memmingen ab, beklagte er. „Die sind uns in jeder Jugend einen Schritt voraus, das können wir alleine nicht aufholen“, so Frasch. Beide Vereine würden zudem rund 30 Prozent der Kosten für die Jugend einsparen, lautete seine Schätzung. Doch gerade bei den Finanzen gab es Anlass zur Kritik: Für die Ausgaben nannte Jugendtrainer Volker Jung rund 50000 Euro im Jahr, die Einnahmen jedoch seien noch völlig unklar. Ungünstiger Zeitpunkt Außerdem sahen einige Mitglieder den größeren Nutzen bei Kottern, nicht beim eigenen Verein. „Der TSV Kottern hat die Not, nicht wir“, meinte etwa Herbert Spingler. Von einer Partnerschaft jedoch müssen beide Vereine profitieren. Er kritisierte zudem, der TSV Kottern wolle zunehmend Jugendspieler vom FC Kempten abwerben. Unter diesen Voraussetzung sehe er keine Chance zur Zusammenarbeit. Klarheit müsse ganz besonders darüber herrschen, in welche Herrenmannschaft die Spieler nach der A-Jugend wechseln, war sich die Mehrheit der Mitglieder einig. Hauptgrund für die Skepsis blieb jedoch die derzeitige prekäre Lage des FCK. Solange nicht feststehe, wie es mit dem Verein ab Juni weitergeht, mache die Bildung einer JFG keinen Sinn, so der Tenor. „Die Rahmenbedingungen sind nicht die richtigen“, erklärte der ehemalige sportliche Leiter des FCK, Herbert Hegenbart. Eß machte klar, dass im Falle einer Absage die Idee einer Jugendfördergemeinschaft nicht auf ewig gestorben ist. Wenn sich der Verein stabilisiert habe, könne man erneut darüber sprechen. Deutliches Nein Mitunter recht emotional wurde die Debatte geführt. „Werden Sie nicht zum Totengräber des FCK“, warnte etwa Hubert Geiger seine Vereinskollegen. „Werden Sie zum Geburtshelfer einer tollen Jugendarbeit“, entgegnete JFG-Befürworter Frasch. Das Votum der Mitglieder viel letztendlich deutlich aus. 43 waren gegen eine JFG, nur neun stimmten in geheimer Wahl dafür. Als Jugendleiter wollte Walter Auerbacher daraufhin nicht mehr weitermachen. Im Juli, nach dem letzten Spiel, werde er sein Amt zu Verfügung stellen. „Dann können die 43 ja ein Jugendgremium bilden“, machte er seiner Enttäuschung Luft.

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