Gegen Gewalt

Neugierig schauen sich die Jugendlichen am Mittwoch das Video „Wenn du fällst“ an. Foto: Kampfrath

Zwei Jugendliche schubsen einen älteren Mann auf den Rasen. Einer holt mit dem Fuß aus. Doch der Tritt trifft nicht den Mann, sondern einen Fußball. Die Szene spielte sich am Mittwoch auf der Leinwand im Jugendzentrum Sankt Mang ab. Der Stadtjugendring (SJR) Kempten stellte das Antigewaltvideo „Wenn du fällst“ vor.

In dieser Szene ertönt unter harten Beats der Raptext „Hilf dem alten Mann und prügle ihn nicht wieder“. Denn der Kurzstreifen ist gleichzeitig ein Musikvideo der Gruppe „Bazuka“. Das Duo, bestehend aus Psyco und Joker X, schrieb auch die eingängige Musik und den Text. Der Refrain lautet: „Wir zeigen dir, woran du festhalten kannst, wenn du fällst in dieser Welt voller Hass, Habgier und dem Geld. Alleingelassen und verstoßen von Außenwelt schmiedest du Rachepläne, weil dein Leben dir nicht gefällt.“ In dem Video wirken 12 Jugendliche aus dem Stadtteil Sankt Mang mit, „manche von ihnen schrieben auch am Drehbuch mit“, erzählt Stas Braun, Produzent von „Bazuka“. Selbstverständlich ließen sich David Spötzl, Arnold Schön, Berkan Narin, Anil Dilmen, Sadat Raifi, Serhat Aydogdu, Gzim Sahihu, Burak Yagmur, Celal Seker, Lorena di Stefano, Kevin Kunisch und Davide die Premiere nicht entgehen. Ihr schauspielerische Talent war in mehreren Szenen gefragt. So überfallen sie einen Tankstellenladen. Der Sohn streitet sich mit seinen türkischen Eltern, der Vater schlägt ihm ins Gesicht. Der Teenager tritt kurz darauf wütend gegen eine Mauer. Ein Polizist sperrt einen Jungen hinter Gitter. Gegen Ende des Videos sieht man die Jugendlichen Fußball spielen, tanzen und Graffiti sprühen. In den anderen Videosequenzen tauchen „Bazuka“ auf. Die beiden Rapper stehen auf einer Treppe und in einer Unterführung. Sie laufen auf der Straße, stemmen Gewichte im Fitnessstudio und fahren Auto. „Oscar“ ruft ein Jugendlicher nach dem Ende des Videos. Vor der Vorführung kamen einige Redner zu Wort. Der SJR habe das Antigewaltvideo als Projekt im Rahmen von „Stärken vor Ort“ realisiert, sagte die Jugendreferentin Regina Liebhaber. Dabei handele es sich um ein Programm der Gesamtinitiative „Jugend stärken“, für das das Bundesfamilienministerium zuständig sei. „Für das Gelingen des Projektes Antigewaltvideo war neben dem Einbezug von Jugendlichen und dem Stadtteil speziell der Kontakt zu den Künstlern von Bazuka entscheidend. Denn dadurch wurde die Möglichkeit eröffnet, dass Musikkultur auf jugendrelevante Themen stoßen kann“, so Liebhaber. Die Jugendlichen hätten sich das Thema Gewalt selbst ausgesucht, sagte Tatjana Abu Bakar. Die pädagogische Mitarbeiterin und Marina Wanner, Leiterin des Jugendzentrums Sankt Mang, kümmerten sich bei dem Video um die Organisation und die Logistik. „Wir wollten den Jugendlichen zeigen, wie ein Lied produziert und in ein Musikvideo umgesetzt wird. Das Zeigen von Jugendkultur war uns wichtig.“

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