Das Hin und Her geht weiter

Beim Baugebiet Birkenallee ist noch immer keine Entscheidung gefallen. Auch nach der Abschlussbeurteilung des Petitionsausschusses liegt das „Filetstückchen“ in unscheinbarer Ruhe. Die Stadt Isny kämpft jedoch weiter mit Gutachten, Beratungen und dem Petitionsausschuss dafür, das Wiesenstück zwischen der bisherigen Wohnbebauung und dem Naturschutzgebiet doch noch zu bebauen. An- wohner, Tierschützer und das Landratsamt protestieren weiter dagegen.

Erworben hat die Stadt das Gelände im Zusammenhang mit dem Bau der Rotmooshalle vom Hause Quadt. Damals sah die Welt noch nicht so eingeengt aus und die Vogelschutzbestimmungen waren auch noch nicht so streng. 1,5 Millionen Euro Erlös erhoffte sich die Stadt aus dem Verkauf der Parzellen, war bereit ein Gutachten für die Unbedenklichkeit der Baumaßnahmen zu bestellen und rasselte dabei immer tiefer in den Schlamassel. Der Wachtelkönig spukt noch immer durch das hohe Gras der Bodenmöser und der anschließenden Feuchtgebiete. Experten hören immer wieder einmal seinen Lockruf, haben aber, soweit bekannt, noch nie ein Gelege entdeckt. Fakt ist jedoch, er ist da und macht zusammen mit dem Braunkelchen und anderen Bodenbrütern der Stadtverwaltung das Leben schwer. Fast 200 000 Euro sind nun schon für Wasseranalysen, Gutachten und Baupläne ausgegeben worden und zusammen mit der Summe des Landerwerbs doch ein tüchtiges Stück öffentlicher Gelder. Die Stadt kann fast nicht mehr zurück, die Vertreter der unteren Naturschutzbehörde auch nicht und nach fast zweieinhalb Jahren Laufzeit hat das Ergebnis des Petitionsausschusses ebenfalls kaum überzeugt. Neues Gutachten Da kam also am 15. April die Mitteilung: „Soweit den Petenten entsprochen wurde, wird die Petition für erledigt erklärt. Im Übrigen kann der Petition nicht abgeholfen werden.“ Das Landratsamt hat daraufhin erneut ein Gutachten gefordert. Vorläufig haben die bisherigen Gutachter einfach „nein“ gesagt, und sind erst zu einer neuen Beurteilung bereit wenn ein Ersatzgebiet ausgewiesen wurde und der Wachtelkönig dorthin umgezogen ist. Doch der fühlt sich offensichtlich dort wo er ist ganz wohl und wer zeigt ihm den Weg in sein neues Brutgebiet? Lesen kann das arme Vieh bestimmt nicht, und so liegt alles erst einmal wieder bei den Akten und heuer wird mit Sicherheit nichts geschehen. Im Herbst kommt der nächste Experte, die Stadt hat seine Rechtsexperten befragt und die Spaziergänger in diesem Naherholungsgebiet können ungestört weiter wandern. Wie von der Stadtverwaltung zu erfahren war, hat der Gemeinderat bereits vor langer langer Zeit den Bebauungsplan Birkenallee beschlossen, jedoch nicht öffentlich ausgelegt, sodass er also sowieso noch keine Rechtskraft hat.

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