Es geht weiter

Für den Fall, dass beim FC Kempten endgültig die Lichter ausgehen (der KREISBOTE berichtete), hat der Jugendförderverein bereits einen Plan B in der Schublade. Dieser wurde am Dienstagabend vergangener Woche bei der Jahreshauptversammlung im Stift vorgestellt, als die Verantwortlichen noch nicht wusste, wie es beim FC Kempten weitergehen würde.

Nach diesem Plan würde der Jugendförderverein, so Horst Böhm in einem Gespräch mit dem KREISBOTEN, die Jugendabteilung des FC Kempten eigenständig auch ohne Hauptverein weiterführen und wie bisher am Spielbetrieb teilnehmen. Dazu gab es bereits konkrete Gespräche mit dem Bayerischen Fußballverband und der Stadt Kempten, die bereits ihre Zustimmung zum Erhalt des Spielbetriebs und der Sportstätten durchblicken ließen, unabhängig davon, ob der FC Kempten weiter besteht oder nicht. Mit einem geradezu revolutionären und im Kemptener Jugendbereich überfälligen Fußballausbildungskonzept will der Jugendförderverein künftig Kinder und Jugendlich eine durchgängige fußballerische Ausbildung von den F-Junioren (U7) bis zu den A-Junioren (U19) anbieten. Das Konzept sieht genau vor, was in welchem Jahrgang beherrscht werden soll und was in den einzelnen Altersklassen gelehrt wird. So sollte beispielsweise ein Jugendlicher aus den C-Junioren (U15) eine Viererabwehrkette beherrschen, wenn er in die nächste Altersklasse wechselt (U17). Nach diesem Ausbildungsplan wissen auch sämtliche Trainer aller Altersklassen, was die Kinder und Jugendlichen können oder nicht, wenn sie in ihre betreffende Mannschaften kommen. Sie können dann ganz gezielt die fußballerische Ausbildung nach den Vorgaben der für sie vorgesehenen Altersklasse voranbringen und die jungen Fußballer dem nächsten Trainer weitergeben. Wird die derzeitige Jugendabteilung des FC Kempten genauso im jetzigen Zustand weitergeführt, gibt es in jeder Altersklasse zwei Mannschaften: eine höherklassige und eine unterklassige. Damit haben nicht nur die talentierten und leistungsorientierten Fußballer, eine Chance ihrem geliebten Sport nachzugehen, sondern auch diejenigen, deren Talent mehr oder wenige ausreicht, die sich aber dennoch nicht dem Leistungsdruck aussetzen wollen. Andere mit im Boot Geplant ist auch eine Kooperation mit den umliegenden Vereinen. Diese könnten beispielsweise ihre talentierteren Jugendspieler, wenn sie nicht selbst eine höherklassige Mannschaft im Spielbetrieb haben, zur weiteren Ausbildung an den Jugendförderverein weitergeben und ihn dann als fertigen Fußballer wieder im Seniorenbereich zurückbekommen. Eine Konkurrenz wäre nicht zu befürchten, da der Jugendförderverein dann schließlich keine Seniorenmannschaft mehr hätte. Die talentierteren Fußballer in Kempten und Umgebung müssten nicht mehr beispielsweise nach Memmingen oder Ulm, um höherklassig zu spielen und wären dann, wie jetzt auch, sowieso weg. Sie könnten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und dann zu einem höherklassigen Club wechseln, wenn sie fußballerisch soweit sind. Selbst wenn sie es dann aus fußballerischer Sicht nicht in den Profibereich schaffen sollten, gäbe es dann mit FC Memmingen (Regionalliga) oder dem TSV Kottern (Landesliga) Vereine, bei denen man höherklassig spielen könnte.

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