Gelebte und gehegte Tradition

390 Jahrelang feiern die Isnyer nun schon ihr Kinder- und Heimatfest, von rund hundert Beteiligten die durch den Ort zogen bis zum großen Heimatfest an dem nicht nur die Isnyer teilnehmen war es allerdings ein weiter Weg. Tief in der Isnyer Tradition verwurzelt ist auch die Zunftfeier, die regelmäßig am Montag des Kinderfestes abgehalten wird. Wer am Kinderfest-Montag morgens zum Festzelt kommt, kann allerdings nur in des Festzelt, wenn er zu den Ehrengästen oder den Handwerkszünften gehört.

Auch das ist Tradition: Während EU-weit am Handwerksmeister demontiert wird, haben die Isnyer Betriebe feste Vorstellungen vom Wert einer bodenständigen Ausbildung. Das Zelt war jedenfalls einmal mehr voll. Zunftmeister in historischen Gewändern zelebrierten die Veranstaltung. Politiker aus der Region, Bürgermeister der Nachbargemeinden und Delegationen der Partnerstädte Notre Dame de Gravenchon und Flawil waren unter den Ehrengästen. Man kann daran unschwer erkennen, welchen Stellenwert die Veranstaltung hat. Ebenfalls erschienen war zu diesem Anlass der Komponist Peter Schad, der für die Zünfte einen neuen Marsch komponiert hatte und nun zusammen mit der Stadtkapelle zu Gehör brachte. Zunftbaum, Zunftbier, Zunftmarsch – aus Isny sind die Zünfte nicht wegzudenken. Aus diesem sicheren Gefühl der Wertigkeit heraus begrüßte Zunftmeister Karl Christ die Besucher der Veranstaltung, Hier dann auch die erste Korrektur der Zunftfeier: Nein, ganz so alt wie das Kinderfest ist sie nun nicht gerade. 1935 im Schwanengarten hatte man das erste Mal zusammengesessen und das Fest dann über die Jahrzehnte weiter entwickelt. Der Bürgermeister, Rainer Magenreuter – ebenfalls im historischen Gewandt, hielt wie in jedem Jahr seine Rede über die Situation der Stadt Isny und konnte dem Landtagsabgeordneten Dr. Andreas Schockenhoff für seinen Einsatz für Isny danken. Für die Stadtsanierung sind gerade 361 000 Euro vom Land zur Verfügung gestellt worden. Dann zog er Bilanz unter die letztjährigen abgeschlossenen Projekte, erläuterte die weitere Entwicklung. Schließlich wurde das Programm zügig fortgesetzt, denn 1500 Zuhörer wollen beschäftigt sein. Besondere Auszeichnung Die neuen Zunfträte im neuen Gewandt waren vorzustellen, 57 neue Meister und Gesellen erhielten ihre Ehrenurkunde und drei ganz besondere Ehrungen standen ebenfalls auf dem Programm: die goldenen Meisterbriefe erhielten Max Krattenmacher, Maurermeister und Will Naber, Zimmerermeister. Den diamantenen Meisterbrief konnte Karl Christ an Kunstschmied und Schlossermeister Josef Epp aushändigen. Der Höhepunkt war mit der Vorführung der Bäckerei Mayer erreicht; hier wurde von den auf die Bühne geladenen Prominenten aus dem vorbereiteten Teig Brezeln und Seelen geformt und die hohen Herren bekleckerten sich dabei nicht unbedingt mit Ruhm. Gebhard Mayer konnte voller Stolz über seinen Betrieb berichten und fünf Meiste, 30 Gesellen sowie fünf Azubis sorgen dafür, dass alle 200 Beschäftigten den Tag über Ware auf den Ladentheken liegen haben. Mit der Stadtkapelle und einem feierlichen Totengedenken endete die Veranstaltung pünktlich wie immer Schlag zwölf.

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