Gelebte Solidarität

In der Kurklinik Überruh ist sich die Ärzteschaft durchaus darüber im Klaren, dass mit dem derzeit gültigen Tarifvertrag der Deutschen Rentenversicherungs Anstalt (DRV) kaum junge Mediziner in die Kurkliniken gelockt werden können. Das ist aber nicht nur ein Problem spezifisch für die Überruh, sondern betrifft alle Reha-Kliniken der DRV.

Die am Donnertag vergangener Woche veranstaltete Aktion vor dem Schlagbaum der Klinik war nicht als Streik, sondern nur als „aktive Mittagspause“ zu verstehen. Mit ihr wollten alle Ärzte der Einrichtung auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, die zu erwarten sind. Mit Unterstützung der Dachverbandes der Mediziner, dem Marburger Bund, kämpfen sie schon länger geschlossen für einen einheitlichen Tarifvertrag, der den Bedingungen an anderen Häusern zumindest angeglichen wird. Ihnen geht es allerdings nicht um die augenblicklich tätigen Ärzte, die sind noch weitgehend abgesichert. Aber in der Überruh werden in der nächsten Zeit vier Ärzte aus Altersgründen ausscheiden und dafür Nachwuchs zu bekommen, ist eine ganz besondere Schwierigkeit. „Der Kampf um Ärzte hat längst begonnen.“ Oberarzt Dr. Rudolf Kliebhahn und Dr. Peter Heilmeyer schlossen sich dieser Meinung an. „Das ist jetzt keine Aktion, die nur für die Überruh steht. Alle 90 Ärzte der Reha-Kliniken der DRV sind sich darin einig“, erklärten die beide Ärzte.

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