Ausstellung im Buchenberger Museum thematisiert schwäbische Bräuche

Von Krumbach bis Petersthal

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Die Jugendgruppe des Trachtenverein Buchenberg tanzt anlässlich der Ausstellungseröffnung im Buchenberger Museumsgarten.

Buchenberg/Landkreis – Die Fotoausstellung „Bräuche in Bayerisch Schwaben“ der Heimatpflege des Bezirks Schwaben kann bis 9. September im Heimatmuseum in Buchenberg besichtigt werden.

Von 2006 bis 2007 waren Hobby-Fotografen aufgerufen sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Aus knapp 700 eingesandten Bildern aus dem gesamten Regierungsbezirk Schwaben wählte eine Jury 150 Bilder aus, die zu dieser Ausstellung zusammen gestellt wurden. 

Im Eingangsflur des ehemaligen Bauernhauses, des heutigen Museums, sind die Siegerbilder des Fotowettbewerbes zusehen. Das Bild des ersten Preises vom Westfriedhof in Krumbach zeigt ein älteres Ehepaar, das kurz innehält und zahlreiche Personen, die an den Gräbern stehen. Das Bild vermittelt Ruhe, Besinnlichkeit und eine natürliche Trauer. Allerheiligen – ein stilles Fest, ein Familienfest und feste Größe im Jahreslauf. Ganz anders der 2. Preis fo-tografiert von Achim Crispin aus Heising: Zwei stolze Reiterinnen mit der Colomanskirche im Hintergrund und einem lachenden und segnendem Pfarrer, ebenfalls hoch zu Ross, sind darauf zu sehen. Die Wallfahrt zum heiligen Coloman, dem Bauerheiligen für Vieh und Pferde, gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert. 

Einen weiteren 2. Preis erhielt Crispin er für seine Bilderfolge vom Alpabtrieb in Gunzesried. In bestechender fotografischer Qualität wird die Freude der Älpler im Festgewand, die prachtvoll herausgeputzten Kranzrinder, aber auch die Anstrengung, Müdigkeit und die Spuren harter Arbeit an diesem Tag auf den Bildern wiedergegeben. Ausgestellte Kuhglocken, Instrumente der Büchelbläser und Blasmusik sowie die Tracht der Vorälpler und das Festgewand einer Unterillertalerin sind der dekorative Rahmen für die Ausstellung. 

Preis für Kemptener 

Mit dem Bild „Drei Könige unterwegs in Moosbach bei Petersthal” errang Hardy Kotzbacher aus Kempten einen dritten Preis. Dazu gibt es zu lesen: „Mit der Übertragung der Reliquien der heiligen Dreikönige von Mailand nach Köln setzt in Deutschland der Dreikönigskult ein”. Das Singen der Drei Könige ist in Schwaben seit dem 16. Jahrhundert belegt. Mit dem Bild „Spitzbuben” sind nicht Lausbuben dargestellt, sondern die Spitzbuben, die zur klassischen Weihnachtsbäckerei gehören. Das Bild – fotografiert von Jörg Stumpf aus Nördlingen –, dass das Bestäuben der Spitzbuben mit Puderzucker zeigt, vermittelt Erinnerungen an die heimelige Adventszeit und wurde von der Jury ebenfalls mit einem 3. Preis ausgezeichnet. 

Weitere 50 Bildertafeln mit Texten spannen einen Bogen von Bräuchen im Lebenslauf über kirchliche Bräuche wie Heiligenfeste, Wallfahrten und Prozessionen bis zu weltlichen Bräuchen im Jahreslauf. Dabei wird den Fragen nachgegangen, was sind Bräuche? Wer lebt diese Bräuche? Wie läuft der Brauch ab? Welche Gegenstände wurden verwendet? Welche Bedeutung hat der Brauch? Und welche Bedeutung hat er für die Teilnehmer? Ergänzt wird die Ausstellung mit Buchenberger Bräuchen. Lebendig vielschichtig und mit örtlichen Eigentümlichkeiten versehen, wird vermittelt, wie sich im 21. Jahrhundert die bayerisch-schwäbische Brauchlandschaft darstellt. Die Sonderausstellung wird bis Sonntag, 9. September, im Heimatmuseum Buchenberg gezeigt. Das Museum ist jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Sonderführungen auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten unter der Telefonnummer Tel. 08378/514 oder 74 54. Für die Ausstellung „Bräuche in Bayerisch Schwaben” gibt es einen Ausstellungskatalog. Eintritt und Audio Guide frei.

kb

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