Gelungene Premiere

Zur Eröffnung der ersten Messe Allgäuer Unternehmerinnen, nahmen Vorsitzende Diana Hirnigl (links) und ihre Stellvertreterin Heike Lang (rechts) die stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll nicht nur während deren Eröffnungsrede in ihre Mitte, sondern gleich auch als neues Vereinsmitglied. Foto: Tröger

Das Spektrum der Branchen war breit gefächert auf der 1. Messe der Allgäuer Unternehmerinnen „S.I.E.“, für stark – innovativ – engagiert, am Wochenende im Kornhaus. Präsenz zeigten 53 Unternehmen, darunter Autovertrieb, Tourismus, Lerntherapie, Marketing, Fotografie, alle erdenklichen Facetten der Sparte Wellness und vieles mehr. Organisiert wurde die Gewerbeschau inklusive Vorträge, Verlosungsaktionen und Kinderbetreuung vom Business-Netzwerk „Allgäuer Unternehmerinnen e.V.“, das sich 2009 aus dem Vorgänger „Allgäu Websen“ gegründet hat.

Vorsitzende Diana Hirnigl und ihre Stellvertreterin Heike Lang freuten sich, gleich zu Beginn der Messe ihr 164. Vereinsmitglied aufnehmen zu können: die stellvertretende Oberallgäuer Landrätin Gertrud Knoll, die die Schirmherrin der Messe, Staatsministerin Christine Harderthauer, bei der Eröffnung vertrat. Sich als Frau gegen Männer durchzusetzen „ist harte Arbeit“, auch heutzutage noch, konstatierte Knoll und begrüßte den Mut der Initiatorinnen des Frauennetzwerks. Warum in Deutschland nach wie vor „so wenig Frauen in führenden Positionen zu finden sind“, machte sie vor allem an zwei Gründen fest: Oftmals fehle der Mut, denn „Frauen müssen auch bereit sein in der ersten Reihe Verantwortung zu übernehmen“. Und auch wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf „heute oft schon gut funktioniert“, verlange sie den Familien Gewaltiges ab. Sie zitierte die Ökonomin Laura Tyson, die die Wettbewerbsfähigkeit einer Nation maßgeblich daran festmache, „wie sie talentierte Frauen fördert“ und die Kompetenz gut ausgebildeter Frauen zu nutzen verstehe. Angesichts der rund 82 Millionen Einwohner in Deutschland, davon über die Hälfte Frauen, „sind Frau Professor circa 6500 an der Zahl oder Vorstandsfrauen in DAX-Unternehmen ein verschwindend geringer Anteil der Frauen im Erwerbsleben“, merkte Knoll an. Frauen würden es nicht besser oder schlechter machen, stellte sie klar, „sie machen es anders“. Laut Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau seien Unternehmerinnen seltener auf schnelles Wachstum aus, sondern eher an Beständigkeit interessiert und „die Balance zwischen privatem und beruflichem Leben besser zu meistern“. Manchmal sei die Entscheidung zur Selbständigkeit aber auch ein Weg aus der Arbeitslosigkeit. Rund ein Drittel der Unternehmen seien weiblich, davon etwa 70 Prozent Ein-Frau-Betriebe. Mit „modernen Wirtschaftsmärchen“ hätten Existenzgründungen nicht immer zu tun, vielmehr seien sie „auch immer wieder mit Existenzängsten verbunden“, betonte Knoll. Ziele von Netzwerken wie dem des „Allgäuer Unternehmerinnen“ seien immer „Erfahrungsaustausch, Wissensvermittlung und Mut machen“, denn „lamentieren hilft nicht“, sondern „selber anpacken“. Ideen seien in den nächsten Jahren und Jahrzehnten besonders in den beiden Bereichen Energiewende und demographische Entwicklung gefragt, ermunterte Knoll und bedankte sich „bei allen Allgäuer Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften für ihren Mut selbständig zu sein oder Verantwortung zu übernehmen“.

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