Gelungener Einstand

Imposanter Open-Air-Höhepunkt: Das Flug- und Feuerspektakel von und mit Marianne Manda an der Basilika Fotos: Tröger

Offene Künstlerateliers, Galerien und Ausstellungen, Tanz vom klassischen Ballett bis zeitgenössisch, Lesungen, Film und Video, Musik in allen Schattierungen, Performances, Kulinaristik und noch viel mehr beherrschten Samstagnacht die Innenstadt. Anfangs hatte es fast so ausgesehen, als würden die Allgäuer Wetterkapriolen der „1. KunstNachtKempten“ ordentlich in die Suppe spucken. Aber Kälte und Regenschauern trotzend, begaben sich dann doch Menschentrauben mit Schirmen und dicken Jacken bestückt auf den „Lichtweg“, der durch die 33 Kunststationen in Kemptens Innenstadt leitete.

Alternativ stand auch der Kunstnacht-Bus zur Verfügung. Lediglich die sieben illuminierten Stadtbrunnen konnten ihren Zauber wetterbedingt nicht recht entfalten. Andern(Kunst-)orts herrschte dagegen reges Kommen und Gehen. Schließlich galt es einiges an Programm „abzuarbeiten“. Unter anderem „Tango Argentino“ im durchgehend rappelvollen Zumsteinhaus, wo sich nach einem Einführungskurs für Anfänger auch wahre „Könner“ aus dem Publikum aufs Parkett wagten. Geradezu weihnachtlich gefüllt war es in der St.- Mangkirche beim Benefizkonzert der „Thingers Gospel Singers“. Spontan ins Programm eingeschoben, begeisterte der Kemptener Kammerchor im Ponikau-Saal als Intermezzo zwischen Führungen durch das Rokokojuwel und einer Videoinstallation von Veronika Dünßer-Yagci. Bunte Mischung Tanzvorführungen, ein Bildvortrag des Künstlers Stephan Huber – Erschaffer des Wolkenbrunnens – und Hausführungen lockten ins TheaterInKempten (TIK). Breit gefächert war das Angebot im Kornhaus: Unter anderem passend zur aktuellen Ausstellung der Freunde Kemptener Museen im Börsensaal orientalischer Bauchtanz, im Kunstgewölbe das Aufmerksamkeit fordernde „Kunstundhören“ mit Musik und Texten von Lis Schubert und im Kornhaussaal 3D-Computeranimationen zum Thema virtueller Raum und Literatur der gebürtigen Kemptenerin Susanne Wiegner, die mit ihren Arbeiten weltweit Beachtung findet. Wie OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) zur Eröffnung anmerkte: „Kempten besitzt in vielerlei Hinsicht das Potential für eine Kunstnacht“. Angesichts des üppigen Programmangebotes sicher nicht zu hoch gegriffen. Einen imposanten „Open-Air“- Höhepunkt setzte das Flug- und Feuerspektakel von und mit Marianne Manda, die sich zu Orgelklängen – live gespielt von Walter Dorlak – und sich zwischen Feuersbrünsten auf der Treppe der St. Lorenz-Basilika bewegenden Tänzern, wohl inszeniert, als Feuervogel vom Mittelfenster zwischen den beiden Türmen abseilen lies. Nachtschwärmern in Feierlaune standen hingegen bis spät in die Nacht noch die „Partytüren“ des Architekturforums in der Weberei und des Kunstvereins „artig e.V.“ in der Kemptener Markthalle offen.

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