Landgasthof "Sommerau" wird verkauft

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Nachdem das ursprünglich als „Haus des Gastes“ eröffnete Landgasthaus „Sommerau“ die Erwartungen nicht erfüllt hat und weitere hohe Investitionen anstehen, beschloss der Gemeinderat nun den Verkauf an die derzeitigen Pächter Kramm.

Buchenberg – Vergangenen Mittwoch wurde in der Gemeinderatssitzung in Buchenberg das Projekt „Praxis bildet“ von Ute Esfeld, 2. Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, vorgestellt und zur Abstimmung gebracht. Ziel des Projektes ist es, die Schüler bei der Berufswahl und der Bewerbung bestmöglich zu unterstützen.

Dabei werden den Schülern individuell sechs Ausbildungsberufe näher gebracht, in denen sie dann zum Beispiel Auftragsarbeiten von der Schule oder der Gemeinde unter Anleitung eines Meisters fertigen. Dabei wird auch die Kooperation mit ortsansässigen Betrieben angestrebt (siehe auch Bericht zur Gemeinderatssitzung in Weitnau vom 8. März). Da 30 Prozent der Kosten von der Gemeinde getragen werden müssen, beträgt der Anteil für das nächste Schuljahr 5285 Euro. Nachdem bereits die beiden Kooperationsschulen Weitnau und Waltenhofen dem Projekt zugestimmt hatten und auch der Buchenberger Gemeinderat die Einführung beschlossen hat, kann dies nun für die kommenden 7. Klassen umgesetzt werden.

Bei den Angeboten für die Sanierungsarbeiten des Kindergartens St. Magnus gab es für den Gemeinderat eine negative Überraschung. So lag das günstigste Angebot für die Baumeisterarbeiten 50 Prozent über den veranschlagten Kosten, für die Zimmerer- und Fassadenarbeiten jeweils zehn Prozent. Da sich die Zuschüsse für die Sanierung nicht ändern, hat damit die Gemeinde die Mehrkosten von rund 68.000 Euro alleine zu tragen. Da die Angebotsfrist abgelaufen ist, sah sich der Gemeinderat gezwungen, den günstigsten Anbietern trotz der Kostenüberschreitung die Aufträge zu erteilen.

Nach den Wahlen der Freiwilligen Feuerwehren in Wirlings und Kreuzthal wurden die gewählten Kommandanten offiziell vom Gemeinderat bestätigt. Für Wirlings ist damit Marcus Mayr Kommandant und Johann Prestel Stellvertreter. Im Kreuzthal stand nur die Wahl für den stellvertretenden Kommandanten an. Diesen Posten übernimmt Beat Engst.

Im letzten großen Tagesordnungspunkt war der Landgasthof „Sommerau“ Thema. Gleich zu Eingang sprach Bürgermeister Toni Barth sein Bedauern über die voreilige Berichterstattung in der ortsansässigen Tageszeitung aus. Diese hätte „ruhig die Gemeinderatssitzung abwarten können.“ Barth gab eine kurze Übersicht über die Veränderungen des 1979 als „Haus des Gastes“ eröffneten Landgasthofes von seiner Entstehung bis heute. Viele Erwartungen haben sich im Laufe der Zeit nicht erfüllt. So wurde im Jahr 2000 die Bäderabteilung in Seminarräume umgebaut, weil diese nicht wie erwartet genutzt wurden. Die anschließenden Jahre bezeichnete Barth als „die schwärzesten Jahre in der Geschichte der Sommerau“, die dann 2003 in einer Zwangsräumung mündete. Anschließend übernahm der jetzige Pächter, Familie Kramm, den Landgasthof. Obwohl bereits zur Jahrtausendwende eine siebenstellige Summe in das Haus investiert worden war, gibt es derzeit immer noch einen Sanierungsrückstand. Der größte Kostenanteil entfällt dabei auf die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen, die laut Barth „nun endlich in Angriff genommen werden sollen.“ Dabei belaufen sich aber bereits jetzt schon die jährlichen Zuschüsse für das Haus auf 200 – 300.000 Euro für die Altverbindlichkeiten etc.. Daher soll das Landgasthaus „Sommerau“ an die jetzigen Pächter Kramm verkauft werden.

Barth bat um Verständnis, dass er keine Vertragsdetails und Zahlen nennen wolle. Da aber mit einer Investitionssumme von 600 – 800.000 Euro gerechnet werden müsse, die von den Käufern zu tragen sei, „kann man sich denken, dass der Verkaufspreis nicht besonders hoch ist“. Verkauft wird jedoch nur das Gebäude, das Grundstück bleibt weiterhin Gemeindeeigentum und wird auf Erbpachtbasis überlassen. Darüber hinaus wird es ein Mitnutzungsvertrag für den Saal geben, damit dieser den Bürgern weiterhin zur Verfügung steht. Diesbezüglich wird es für die Buchenberger keine spürbare Änderung geben. Auch wird der Gemeinde auf jeden Fall ein Vorkaufsrecht eingeräumt, sollte sich die Familie Kramm doch mal von dem Objekt trennen wollen. Zudem bestünde auch ein Rücknahmerecht der Erbpacht. Der Gemeinderat beschloss den Verkauf einstimmig. Der persönlich anwesende Michael Kramm bedankte sich beim Gemeinderat und so endete der öffentliche Teil der Sitzung nach gut einer Stunde.

Bianka Hauck

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