Gemeinsam einen Ausweg suchen

Dieter Streit will bei Schulden helfen. Foto: moriprint

„Geld und Schulden  sind immer noch ein Tabu-Thema – vor allem, wenn das Geld knapp ist und man Schulden nicht mehr zahlen kann“, weiß Susanne Greiner. Die Sozialpädagogin und langjährige Bankkauffrau leitet seit über 18 Jahren die Schuldnerberatung er Diakonie Kempten-Allgäu. Initiiert wurde diese Stelle vor über zwei Jahrzehnten von der Stadt Kempten. Inzwischen befindet sich die Einrichtung in Trägerschaft der Diakonie.

Mit dem 1. Juni richtet die Schuldnerberatung eine Außensprechstunde im Stadtteilbüro St.-Mang ein. „Damit möchten wir den Bürgern des Stadtteils einen niederschwelligen Zugang bieten“, so die Stellenleitung. Derzeit kommen etwa 20 Prozent der Ratsuchenden aus St.-Mang. Jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr wird dort Dieter Streit, der eine langjährige Erfahrung aus dem Insolvenzbereich/Treuhänder sowie der Schuldnerberatung mitbringt, zum Thema Schulden Fragen beantworten und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das Informations- und Beratungsangebot reicht von Fragen rund um Einnahmen und Ausgaben, Probleme mit dem Konto, Pfändungsmaßnahmen etc. bis hin zur Einleitung der Privatinsolvenz. Auch wer Mietrückstände hat, oder den Überblick über die Finanzen verloren hat, ist dort an der richtigen Stelle. Insgesamt gesehen sind es immer mehr junge Erwachsene und ältere Menschen, die in der Beratungsstelle der Diakonie Hilfe suchen. „Die Ratsuchenden kommen immer später“, berichten die Berater. In der Hoffnung, ohne fremde Hilfe selbst noch einen Ausweg aus der Situation zu finden,  wird  noch ein Kredit aufgenommen, das Konto bis Ultimo überzogen oder im privaten Umfeld Geld geliehen. Durch eine frühzeitigere Kontaktaufnahme mit der Beratungsstelle könnte so manches Problem verhindert werden. „In Schulden gerät man schnell. Sitzt man aber erstmal in der Schuldenfalle, ist der Weg heraus meist sehr langwierig. Schuldnerberatung funktioniert nicht auf die Schnelle“, weiß Susanne Greiner aus langjähriger Erfahrung. Können Rechnungen wie Handy, Internet, Versandhandel etc. nicht mehr bezahlt werden, verschließen viele aus Angst und Hilflosigkeit die Augen vor der bedrohlichen Briefflut. Mahnungen bleiben ungeöffnet oder sie landen im Papierkorb. Viele resignieren auch, weil sie auf der Suche nach einem Ansprechpartner in teuren telefonischen Warteschleifen landen und keinen Ansprechpartner finden. „Es ist sehr schwer, gegenüber Dritten einzugestehen, dass man nicht mehr weiter weiß“, wissen Greiner und Streit. Das braucht Vertrauen. Dieses Vertrauen können Betroffene bei der Schuldnerberatung der Diakonie haben. „Wir nehmen uns Zeit für die Sorgen und Nöte, arbeiten vorurteilsfrei und ohne wirtschaftliches Eigeninteresse. Verschwiegenheit  und Neutralität in der Beratung sind unser oberstes Gebot. Darüber hinaus ist unsere Beratung kostenfrei.“ Für die Zentrale an der Kemptener Illerstraße wie für die Außenstelle im Stadtteil St.- Mang ist eine telefonische Anmeldung sinnvoll. Diese kann montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter der  Telefonnummer  0831/54 059 52 erfolgen. Eine weitere Kontaktadresse: schube.verwaltung@diakonie-kempten.de.

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