Gemeinsam fördern

Die kleinste Isnyer Schule, die Eduard-Schlegel-Schule, hat innerhalb der Schullandschaft eine ganz besondere Aufgabe. Sie ist ein Bindeglied zwischen den einzelnen Schulbereichen und hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zu betreuen, die der Einzelförderung und dem Unterricht in kleineren Gruppen bedürfen und nach Möglichkeit dann in den regulären Unterricht zurück kehren sollen.

In sechs Klassen mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von neun Schülern werden die Kinder hier von 13 Lehrkräften betreut, die besonders in der offenen Eingangsklasse die meisten Lehrerstunden investieren. Die Versetzung in die Sonderstufe erfolgt nie unter Zwang. Die Kinder werden im Einvernehmen mit den Eltern und Lehrkräften dort eingeschult. In der Grundstufe 1 befinden sich zur Zeit neun Schüler. Sechs davon sind Erstklässler und drei sind Zweitklässler. Die Kinder sollen hier die Fähigkeit erhalten, dem Regelunterricht wieder folgen zu können. Wenn das gelingt, sollen sie wieder in die Grundschule zurück. Das gelingt aber nicht immer. Dann ist eine Weiterführung bis zur neunten Klasse und darüber möglich. Besondere Fördermaßnahmen sind dann notwendig. Zum Sonderunterricht ist die Aufteilung in noch kleinere Gruppen die Regel. Dann ist bis hin zur Einzelförderung jeder Weg offen. Praxis beim Stephanuswerk In der Hauptstufe, vier Klassen mit ebenfalls einem den Gegebenheiten angepassten Stellenschlüssel, nimmt die Schule besonders viel Rücksicht darauf. Bis hin zum Schulabschluss und der Aufnahme in die Förderberufsfachschule in Kooperation mit dem Stephanuswerk und seinen Lehrwerkstätten zeigt sich auch hier ein gradliniger Weg. Mit dem Schulabschluss ist also nicht Feierabend. Wie durch die Gesetzgebung abgesichert, haben Schüler der Eduard-Schlegel-Schule Anspruch auf Teilhabe am Arbeitsleben. Die Agentur für Arbeit ist auf diesem Gebiet besonders aktiv. Schon in der neunten Klasse ist ein Tag Praxis pro Woche in den Lehrwerkstätten des Stephanuswerkes vorgesehen. So sollen sich die Schüler langsam auf die Berufswelt einstellen. Im zehnten Schuljahr sind die Schüler ganz im Stephanuswerk. Lehrerin Birgit Strobel unterrichtet sie weiterhin vier Stunden pro Woche, die meisten schaffen den Hauptschulabschluss. Zunehmend sind dann auch Betriebspraktika mit eingebaut. Auch die Kooperation mit den Isnyer Firmen sei sehr zufrieden stellend. Die meisten, wenn nicht alle, gehen aus diesem Betreuungssystem mit einem Lehr- oder Arbeitsvertrag heraus und auch dann ist noch eine weitere Betreuung möglich. Der Schulleiter der Eduard-Schlegel-Schule, Reinhold Harr, sieht die Zusammenarbeit mit der Stadt als Schulträger, der Agentur für Arbeit und dem Stephanuswerk sowie den anderen Schulleitern in einem positiven Licht. Die Kooperation funktioniere zur allgemeinen Zufriedenheit. Die Kompetenzen zwischen dem Städtetag und dem Land, etwa bei der Ganztagsbetreuung, wüsste er allerdings in einigen Grenzbereichen gern geklärt. „Alle vor Ort sind wirklich bemüht aus den Gegebenheiten das Beste zu machen“, sagt der Rektor.

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