Generationen übergreifend

Auf einmal kamen sie aus allen Richtungen, die Schüler der Robert-Schumann-Schule zusammen mit Bewohnern des AllgäuStift-Seniorenzentrums Marienheim. Sie hatten ihre Spielpartner in den Zimmern abgeholt und brachten sie nun zur gemeinsamen Spielstunde ins „Stüberl“. Dort hatte der die Schüler begleitende Sozialpädagoge Georg Holzmann die „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spielbretter bereits auf die Tische gelegt: Es konnte also losgehen.

Eine einmalige Aktion war das nicht: Woche für Woche treffen sich die jungen Menschen hier mit ihren um viele Jahrzehnte älteren Spielpartnern. Es wird gewürfelt und „ hinausgeworfen“, es wird gelacht und erzählt. Vor allem aber werden die Schranken „niedergerissen“ die Jung und Alt trennen. „Das regelmäßige Spielen ist für beide wichtig, für Junge und Senioren“, betont Sozialpädagoge Holzmann. „Unsere Schüler nehmen dabei die ihnen übertragene Verantwortung wahr, indem sie die alten Menschen auf den einzelnen Stockwerken abholen, mit ihnen spielen und sie anschließend wieder auf ihre Zimmer bringen“, so Holzmann. „Und die Schüler der Praxisklasse erlangen durch diese Tätigkeit Selbstbewusstsein.“ Hemmungen – egal ob bei Jung oder Alt – waren keine zu beobachten. Weder bei Tim, Vladimir, Simon und Michelle, noch bei Vanessa, Giusi oder Jannine, und bei den Seniorinnen auch nicht. "Voll begeistert" Jannine Bender hat bereits ein Praktikum im Marienstift absolviert und zeigt sich hiervon „voll begeistert“. „Ich durfte helfen, das Essen auszuteilen und konnte in der Küche mithelfen. Es wäre schön, wenn ich nach der Schulzeit hier anfangen könnte“, sagt sie. Bender hat aber auch etwas anderes gut gefallen: „Wir haben mit unseren Spielpartnerinnen auch einmal gemeinsam Kaffee getrunken und uns unterhalten“, erzählt sie. „Die alten Menschen haben uns aus ihrer Jugend erzählt und wir haben gemerkt, wie schwer sie es doch hatten.“ Erstaunlich war vor allem, wie locker die Schüler auf die Senioren zugingen, wie die beiderseitig zunächst vorhandene Hemmschwelle verschwanden und wie sich die „Berührungängste“ im Nichts auflösten. Jetzt freuen sich AllgäuStift-Geschäftsführer Dr. Philipp Prestel und Sozialdienstleiterin Margit Wimmer auf ein weiteres Projekt mit Schülern: Im Frühjahr wird beispielsweise im Garten ein so genannter Sinnes-pfad entstehen.

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