Genügend Diskussionsstoff

Auf ein erfolgreiches Jahr 2009 konnten die Freunde Kemptener Museen (fkm) bei ihrer Mitgliederversammlung vergangene Woche zurückblicken. Als „herausragendes Ereignis“ hob Vorsitzende Margarethe Gradmann den Kauf des Altarflügels (der KREISBOTE berichtete) hervor.

Sei ein interessantes Objekt für die fkm-Sammlung ausfindig gemacht, werde im Archiv geprüft, ob es „was für Kempten ist“, erklärte sie, dass nichts „einfach so“ erstanden werde. Bezüglich des nicht ganz billigen Altarflügels habe sie sich mancher Kritik ausgesetzt gesehen. Unter anderem, dass man doch nur dann kaufe, „wenn man das Geld dafür hat“. Aber, rechtfertigte sie die Vorgehensweise, „dann hätten wir vermutlich noch gar nichts“. Manchmal müsse man da eben schnell handeln. Und da der Vorstand mit seinem Privatvermögen hafte, kaufe sie sicher „nicht einfach ins Blaue hinein“. Den aktuellen Bestand der Graphiksammlung bezifferte zweiter Vorsitzender Dieter Franke auf 1165 Werke „von 119 Allgäuer Künstlerinnen und Künstlern“. Neuzugängen des letzten Jahres waren unter anderem Werke von Hans Dietmann, Hermann Moser und Dr. Magdalena Willems-Piesarek. Mit seinem Hinweis auf die Jahresausstellung im Juli zum Thema „Allgäuer Kunstschaffende und Italien“ schlug er die Brücke zur Landesausstellung 2010, „Bayern-Italien“, vom Haus der Bayerischen Geschichte. Einen Bericht über den aktuellen Stand in der Museumsentwicklung lieferte Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber. Museumsleiterin Ursula Winkler bedauerte, dass es aufgrund der erforderlichen Einsparungen in diesem Jahr unter anderem „keine Sonderausstellungen im Allgäu Museum gibt“. „Ich frage mich, warum der Marstall so schlecht gemacht wird“, setzte sich Gradmann in einer flammenden Rede für dessen Erhalt als Museum ein. Dass die Zukunft der Museen naturgemäß auch die fkm-Mitglieder beschäftigt, wurde an vielen Wortmeldungen deutlich: Von einem „Protest“ gegen das Verschwinden des Marstalls und seiner Exponate über den „Appell“, so lange die Exponate noch da seien mehr für die Vermittlung der „etwas spröden Alpenländischen Galerie“ zu tun, bis zu Hinweisen auf die teuren Umbauten für die angedachte Nutzung des Zumsteinhauses, reichten die vielen Meldungen. Beim „Masterplan“ stehe die geologische Sammlung deshalb „nicht an erster Stelle“, so Weber, da dieser Bereich generell schon am weitesten ausgearbeitet sei. Bezüglich der „hochrangigen Ausstellung“ in der Alpenländischen Galerie konnte er beruhigen: „Wir wollen uns nicht völlig davon trennen“. Durch die Kündigung der Verträge sei man aber wieder frei zu überlegen, was sinnvoll ist auch weiterhin ausgestellt zu werden. Ohne einen „immensen Aufwand“, fuhr er fort, „schafft es das Alpinmuseum in seiner jetzigen Konstellation nicht attraktiv zu sein“. Die Zeit drängt Einer von vielen Gründen für die Zumsteinhaus-Pläne sei, dass man bei dem maroden Haus „bald etwas tun muss“ und mit der gleichzeitig sinnvollen Umnutzung „eine Kuh vom Eis“ wäre. Dem Vorschlag, die „Spinnerei und Weberei“ als Museum nutzbar zu machen, hielt Dr. Rainhard Riepertinger vom Haus der Bayerischen Geschichte eine Investitionssumme von 20 bis 25 Millionen Euro entgegen. Er unterstrich die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit für die Museen, auch wenn sie „Geld kosten“. Unspektakulär verliefen die Vorstandswahlen. Nicht mehr angetreten war Franke, der nach acht Jahren den zweiten Vorsitz an seinen Nachfolger Dr. Günter Nagel abgab.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Stadtgeschichte: Die Kemptener Illerbrücken im Wandel der Zeit Teil 2
Stadtgeschichte: Die Kemptener Illerbrücken im Wandel der Zeit Teil 2
Bienen sterben leise – ganze Völker gehen verloren
Bienen sterben leise – ganze Völker gehen verloren

Kommentare