Rasante Entwicklung im "Sportquartier"

Geplante Grundschule am Aybühlweg könnte allen Nachbarn Vorteile bringen

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Kempten – Eine Anfrage, die ursprünglich nicht auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung Schule und Sport stand, zeigte dann ebenfalls, dass Schulpolitik 2020 auch bedeutet, unser „Bild einer Schule von heute“ ganz neu zu denken:Katharina Schrader (SPD) wollte von Oberbürgermeister Thomas Kiechle und dem Referenten für Jugend, Schule und Soziales, Thomas Baier-Regnery, – der den eben zitierten Begriff formuliert hat –, wissen, wie sich das Vorhaben, eine dreizügige zehnte Grundschule zu gründen und zu bauen, inzwischen entwickelt habe.

Da Kempten stetig wächst, monatlich 60 bis 70 Babys geboren werden und die ersten Schulkinder bereits ab Herbst 2024 die neue Schule besuchen sollen, drängt die Zeit. Baier-Regnery fasste kurz zusammen: Nachdem sich der Stadtrat im April einstimmig für den Standort am Aybühlweg entschieden habe (Kreisbote vom 2. Mai), seien Kiechle und die Ratsmitglieder von einem offenen Brief des dort ansässigen Alpenvereins Kempten-Allgäu doch „etwas“ überrascht worden, in dem der größte Verein der Stadt massive Bedenken gegen diese Wahl anmeldete (Kreisbote vom 20. Mai). Inzwischen, so der Referatsleiter weiter, habe man bei der Sektion „tiefgründiger nachgefragt“, „sehr gute Gespräche“ geführt, konnte die Vorbehalte offenbar entkräften und sei auf einem „einvernehmlichen Weg“.

Ganz im Geiste der zuvor von Haugg vorgestellten Kooperativen Ganztagsbetreuung sieht Baier-Regnery in der künftigen Nachbarschaft von Grundschule, DAV und Turnverein Kempten eine „herausragende Chance“, in einem „synergetischen Zusammenspiel“ Vorteile und „Mehrwert für alle“ Beteiligten zu schaffen: Die Vereine könnten das schulische Betreuungsangebot mitgestalten, dafür eventuell hauptamtlich MitarbeiterInnen beschäftigen und so Nachwuchs für sich gewinnen; an der zehnten Grundschule könne „pädagogisch etwas ganz Anderes“ ausprobiert werden: eine Schule als vielfältiger Lebensraum, der den Kindern nicht nur kognitive, sondern auch musische, handwerkliche, lebenspraktische und sportliche Möglichkeiten eröffne; und die institutionellen wie privaten Nachbarn in Göhlenbach könnten – ebenso wie andere Kemptener Sportfreunde und ihre Gäste – vom neuen „Sport-Quartier“, etwa von einer verbesserten Verkehrsanbindung, profitieren. 

Die Stadt habe dem DAV bereits Grundstücke abgekauft, habe acht Architekturbüros unter den Bewerbern ausgewählt und werde im August voraussichtlich erste Entwürfe präsentieren, im September womöglich schon den Zuschlag erteilen. Sibylle Knott (parteilos, Mitglied der CDU-Fraktion) gab zu bedenken, dass trotz des grundsätzlichen Einverständnisses der Vereine, noch einige „Grabenkämpfe – in Anführungszeichen“ auszufechten seien, da „sich jeder noch ein bisschen bewegen“ müsse.

Antonia Knapp

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