Bürger kämpfen für den Pavillon auf dem Festplatz

Abreißen oder erhalten?

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Der Pavillon auf dem Festplatz sorgt derzeit für Diskussionen in Isny.

Isny – Eigentlich war bereits alles klar: Der Gemeinderat hat schon vor längerer Zeit beschlossen, den kleinen Pavillon mitten auf der Fläche am Rain stehen zu lassen. Nach einem neuen Plan für die Begrünung des Festplatzes wurde im April aber mit einer neuen Abstimmung der Abriss beschlossen.

Das wiederum rief jedoch eine ganze Reihe Isnyer Bürger auf den Plan, die in dem Pavillon ein Symbol für das Isnyer Kinder- und Heimatfestes sehen und nun für dessen Erhalt kämpfen. Claus Fehr, Leiter des Liegenschaftsamtes, hat daraufhin zu einem gemeinsamen Gespräch in den Historischen Sitzungssaal des Rathauses eingeladen, um die Wogen ein wenig zu glätten. Die „Freunde des Pavillons“ waren dabei genau so vertreten, wie die Befürworter des Abrisses. Die Bepflanzung auf dem Platz soll neu geordnet werden, damit auch in Zukunft ein möglichst geschlossenes Laubdach den Aufenthalt dort angenehm macht. Abgesehen davon, dass der Bretterverschlag mitten auf dem Festplatz, auf dem die Musik bisher unterkam, nun wirklich nicht das „Gelbe vom Ei“ war. 

Vor der Rotmooshalle wird in diesem Jahr die Musik eine neue Bühne bekommen und so wird einiges an Ständen und Fahrgeschäften anders arrangiert werden müssen. Auch der Bau der Hackschnitzelanlage (der Kreisbote berichtete) schränkt das Platzangebot künftig ein. 

Erstmal bleibt er stehen 

Doch was geschieht nun mit dem Pavillon? Es wurde argumentiert und verworfen, eine Aufstellung an einem anderen Platz überlegt und nun bleibt die Lage erst einmal ungeklärt. Zum diesjährigen Kinderfest ist das Überleben des Mittelpunktes erst einmal gesichert. Die Stadtverwaltung wird bis nach dem Kinderfest erst einmal Ruhe geben. Anschließend wird es wohl noch einmal ein Treffen im Rathaus geben und Bürgermeister Rainer Magenreuter hatte außerdem vorgeschlagen, das Ganze noch einmal im Gemeinderat zu diskutieren. Die Freunde des Pavillons haben also einen Aufschub erreicht, einigen anderen bleibt es aber unverständlich, warum dieser Wirbel überhaupt entstehen konnte. 361 Tage im Jahr steht der Pavillon leer da und wegen vier Tagen Kinderfest scheint für viele der Aufwand ein wenig groß. 

Nach den Vorstellungen der Architektin Diana Hanser sollen an dem Platz der Beton entfernt und drei Bäume gepflanzt werden und sie warnte eindringlich davor, die alten Bäume des Platzes für unsterblich zu halten. Nach neueren Untersuchungen sind es gerade einmal neun große Bäume, denen noch mehr als 40 Jahre Standfestigkeit vorhergesagt wird. Fast 400 Jahre gibt es das Kinderfest nun schon und das es bestimmt nicht mehr so begangen wird wie im Jahre 1620 ist wohl auch jedem klar. Immer am Herkömmlichen festzuhalten ist genau so verkehrt, wie unbedingt alles neu zu erfinden und rigoros zu ändern.

Manfred Schubert

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