Nahversorgungszentrum in der Memminger Straße 

Viel Wind um Nichts

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Am Standort des C&C-Großmarkts soll ein Nahversorgungszentrum entstehen.

Ein großflächiges Vollsortiment mit einer Grundfläche von circa 2260 Quadratmetern; darin ein Lebensmitteleinzelhandel mit einer Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmetern; daran angeschlossen ein Getränkemarkt auf rund 400 Quadratmetern.

Daneben ein Gebäude für eine bislang noch offene Nutzung im Non-Food-Bereich – wahrscheinlich ein Drogeriemarkt – wofür 1125 Quadratmeter vorgesehen sind.

Das geplante Nahversorgungszentrum in der nördlichen Memminger Straße gab nach der Absegnung im Bauausschuss (derKreisbote berichtete) einmal mehr Grund zur Diskussion, diesmal im Stadtrat und nach Auffassung von Ullrich Kremser (FDP) „nah an der Planwirtschaft“.

Alexander Hold begrüßte zwar „prinzipiell“ auch einen Einzelhandel an dieser Stelle, warnte aber vor einer möglichen „Sogwirkung“, die laut Gutachter bei dieser Größe – 1600 Quadratmeter für Lebensmittel und Getränke – „eine Gefahr“ sei. Der Getränkemarkt müsse „eine klare Trennung vom Supermarkt haben“ und auch für einen Drogeriemarkt müssten seines Erachtens 500 Quadratmeter „die absolute Obergrenze sein“. Baureferent Tim Koemstedt wies darauf hin, dass die Größe zwar gutachterlich begleitet werde, eine bauliche Trennung aber aufgrund fehlender Handhabe aus baurechtlicher Sicht „schwierig“ sei. Hold beharrte aber darauf, dass dann wenigstens der Supermarkt auf insgesamt 1200 Quadratmeter Fläche begrenzt werden solle.

„Große Bauchschmerzen“ wegen der Größe habe laut Katharina Schrader (SPD) auch ihre Stadtratsfraktion, die befürchte, dass ohne Trennung das Innenstadtkonzept auszufransen drohe. „Wir sehen erstens den zusätzlichen Drogeriemarkt kritisch und wollen eine Trennung von Supermarkt und Getränkemarkt“. Dem schloss sich auch Erna Kathrein Groll (Grüne) an, da es „um die Grundversorgung“ gehe. Helmut Hitscherich (UB/ödp) dagegen erinnerte daran, dass wir eine „freie Marktwirtschaft haben“ und Getränke heutzutage in einen Supermarkt gehören würden. Auch die Sorgen von Regina Liebhaber (SPD), dass deswegen möglicherweise Läden um St. Michael „dicht machen müssen“ oder von Hans Mangold (Grüne), der fürchtete, das Ganze werde zu „Lasten der Innenstadt“ gehen, teilte Hitscherich nicht. Vielmehr erinnerte er daran, dass es sich nicht um innenstadtrelevanten Einzelhandel, sondern um Nahversorgung handle. „Ich werde einer Begrenzung nicht zustimmen“, seine klare Ansage. Erwin Hagenmaier (CSU) erinnerte daran, dass laut Gutachten ein elftes Nahversorgungszentrum in Kempten benötigt werde.

Das Fazit von OB Thomas Kiechle: Die Bedenken seien „nachvollziehbar“ und würden mit Gutachtern abgearbeitet. Einstimmig wurden am Ende sowohl Aufstellungs- als auch Einstellungsbeschluss abgesegnet.

Christine Tröger

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