Jubiläumsreise ins Pitztal

60 Jahre Eheglück

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Zu Recht dürfen Werner (rechts) und Gerda Wittek (Mitte) stolz sein, feierten doch beide gemeinsam dieser Tage ihre Diamantene Hochzeit. Auch Kemptens 3. Bürgermeister Josef Mayr (links) kam ins Café Brommler um den beiden im Namen der Stadt Kempten zu gratulieren.

Kempten – Die Liebe und ein bewegtes Leben halten jung. So könnte man meinen, wenn man sich das Ehepaar Werner und Gerda Wittek betrachtet, denen vergangene Woche Kemptens 3. Bürgermeister Josef Mayr anlässlich Ihrer Diamantenen Hochzeit im Café Brommler auf's Herzlichste gratulierte.

Dabei kannten sich Gratulant und Ehepaar Wittek schon zuvor. Werner Wittek und seine Ehefrau Gerda sind, wie Kemptens 3. Bürgermeister Mayr, passionierte Kegler, die lange Zeit beim SKC Neuhausen aktiv waren. Es war auch Werner Wittek, der das beliebte „Festwochen-Kegeln“ organisierte. Heuer geht es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit dem Kegeln, sich in der freien Natur aufzuhalten, das tut das Ehepaar Wittek, gebürtig aus Bottrop im Ruhrgebiet, aber nach wie vor. Denn neben dem Kegeln war und ist das Wandern die große Leidenschaft der beiden rüstigen Rentner, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Ruhrgebiet geboren wurden.

Dabei waren die Umstände damals zum Ende des Krieges nicht immer die günstigsten, wie Werner Wittek zu berichten weiß. Von Bottrop verschlug es Wittek zuerst nach Sachsen-Anhalt, wo er als Lehrling in einem Flugzeugbau-Betrieb beschäftigt war. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges wurde auch Werner Wittek im Alter von 15 Jahren noch zum „Volkssturm“ einberufen. Dank eines einsichtigen Obergefreiten als Vorgesetzten blieb Werner Wittek aber das Schicksal vieler gleichaltrigen Kameraden erspart. Er durfte sich im Angesicht des nahenden Kriegsendes zusammen mit drei anderen Lehrlingen zu Fuß auf den Rückweg ins Ruhrgebiet machen.

In den Nachkriegsjahren lernte er seine dort angestammte Ehefrau Gerda kennen. Zusammen frönte man dem Hobby Tanzen, im besonderen dem Foxtrott. Beide wurden nicht nur auf der Tanzfläche ein Paar, sondern ebenso im richtigen Leben, auch wenn die Trauung etwas unplanmäßig verlief, mit einem Taxi und Trauzeugen, die nicht erscheinen wollten.

Werner Wittek konzentrierte sich in den darauf folgenden Jahren auf sein berufliches Weiterkommen. Am Niederrhein in Gladbach erlernte er das Handwerk des Drehers. Er besetzte Stellen in Offen- bach/Hessen und später in Aschaffenburg in Bayern und kam damit gemeinsam mit seiner Frau Gerda den Bergen immer näher. 1993 beschlossen beide gemeinsam ihren Ruhestand in der Allgäu-Metropole zu verbringen. „Das haben wir nie bereut“, sagen beide unisono. „Wir lieben Kempten und fühlen uns hier wohl“, sagt Gerda Wittek, deren Sprache immer noch den markanten „Ruhrgebiets-Ton“ trägt. Sie haben zwei gemeinsame Söhne, die in der Nähe von München leben. Zum Anlass ihrer Diamantenen Hochzeit werden die beiden Jubilare ins Pitztal verreisen.

Jörg Spielberg

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