Gesamtverkehrsplan "sehr sinnvoll"

Für Kempten soll ein Gesamtverkehrsplan erstellt werden. Nachdem Stefan Hangleiter vom Büro Modus Consult (Ulm) auf Antrag von Helmut Hitscherich (UB/ödp) die Inhalte eines solchen integrierten Verkehrsentwicklungsplans erläutert hatte, befürworteten die Mitglieder des Verkehrsausschusses vergangene Woche einstimmig dessen Erstellung. Damit soll die städtebauliche, strukturelle und verkehrliche Entwicklung mit den Zielen der Stadtentwicklungsplanung abgestimmt werden.

Bisher gab es in Kempten „nur“ projektbezogene Teilraumuntersuchungen wie zum Beispiel bei der Nordspange. Laut Hangleiter beansprucht ein integrierter Verkehrsentwicklungsplan einen Bearbeitungszeitraum von zwei bis drei Jahren und kostet etwa 80000 bis 100000 Euro. Wesentliche Grundlage für die Erstellung eines Gesamtverkehrplans sei eine umfassende Bestandsaufnahme der verkehrlichen Ist-Situation, erklärte Hangleiter. Aufbauend auf den Analysedaten und unter Heranziehung der gemäß Flächennutzungsplan vorgegebenen Siedlungsentwicklungen sowie der zu erwartenden Motorisierungs- und Mobilitätsentwicklung werde dann eine Verkehrsprognose für 2025 gemacht, führte er weiter aus. „Unter Heranziehung dieser Prognosedaten können Wirkungsanalysen zu den geplanten Maßnahmen wie Verkehrsverlagerung, –entlastung, –beruhigung und Veränderungen im Modal Split (Verteilung auf die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, Motorisierter Individualverkehr, ÖPNV, Fahrrad- und Fußgängerverkehr) erstellt werden“, so Hangleiter. Wichtig sei dabei eine Haushaltsbefragung von mindestens rund 30 Prozent der Bürger über sechs Jahren, erläuterte er. Dazu werden Fragebögen verteilt, die nach einem Stichtag wieder eingesammelt werden. Daraus können dann Grunddaten über das Verkehrsverhalten der Stadtbevölkerung gewonnen werden. So zum Beispiel die täglichen Wege und Fahrten zum Arbeitsplatz, dienstlichen Erledigungen, Einkäufen, Schulen, Freizeitgestaltung oder spezifisches Verkehrsaufkommen, das heißt Ortsveränderungen pro Person, getrennt nach benutzten Verkehrsmitteln. Grundlage schaffen „Mit dieser Datenbasis können dann die verkehrlichen Wechselwirkungen in der Verkehrsnachfrage mit Kfz, ÖPNV oder Fahrrad zahlenmäßig aufgezeigt werden“, schilderte Hangleiter. Dadurch wird eine Grundlage für die Beurteilung der Verkehrssituation in der Innenstadt, den Wohnquartieren und für die Verflechtung zwischen Wohnung und Arbeit geschaffen. Zusammen mit den bereits vorhandenen Teilraumuntersuchungen könne somit ein integriertes Verkehrsmodell für die Stadt entwickelt werden, ergänzte er. Thomas Hartmann (Grüne/FL) begrüßte die Erstellung eines Gesamtverkehrsplans und bezeichnete ihn als „sehr sinnvoll“. Er hofft auf eine baldige Umsetzung. „Wir haben zwei Diskussionsebenen“, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU): „Jetzt müssen wir entscheiden, ob grundsätzlich ein integrierter Verkehrsentwicklungsplan erstellt werden soll.“ Danach sei im Haupt- und Finanzausschuss zu entscheiden, ab wann die rund 30000 Euro Kosten pro Jahr bereitgestellt werden können, so der Rathauschef weiter. Die Mitglieder des Kemptener Verkehrsausschusses beschlossen daraufhin einstimmig die Erstellung eines integrierten Verkehrsentwicklungsplans. Die Umsetzung soll im Einklang mit der Stadtentwicklung geschehen.

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