Geschaffene Grundlagen

Der Verein Kentenich-Pädagogik will die ehemalige Konrad-Adenauer-Volksschule übernehmen. Aber auch der Kindergarten im Hintergrund soll unter Umständen für eine Krippengruppe erweitert werden. Foto: Matz

Die in Leubas geplante katholische Privatschule des Vereins Kentenich-Pädagogik hat eine erste kleine Hürde genommen: Einstimmig genehmigte der Bauausschuss vergangene Woche eine Bauvoranfrage zum Aufstellen von zwei Containern auf dem Gelände der ehemaligen Volksschule Leubas. Damit kann der Verein nun voraussichtlich am 5. Juli mit dem Liegenschaftsausschuss der Stadt über eine Anmietung oder den Kauf des Areals verhandeln. Ob die katholische Privatschule trotzdem bis zum Schuljahr 2012/13 tatsächlich realisiert wird, bleibt dennoch weiterhin offen.

Hans Mangold hatte so seine Zweifel. „Es ist für mich schwer, dort eine Perspektive zu erkennen. Ein Dauerbetrieb in Containern macht mich nicht glücklich.“ Mit dort meinte der Grünen-Stadtrat am Dienstagabend vergangener Woche den Feldweg 1 in Leubas, wo der Verein Kentenich-Pädagogik auf dem Areal der ehemaligen Volksschule eine katholische Privatschule einrichten will. Eine entsprechende Bauvoranfrage hatte der Bauausschuss zu beraten. Allerdings ist der Verein noch längst nicht im Besitz des Grundstücks und auch das ein oder andere weitere Detail der Planung sorgte für Stirnrunzeln bei den Stadträten. Nachdem die Pläne für den Bau der Privatschule im Kloster Lenzfried im vergangenen Jahr an den zu hohen Kosten gescheitert waren, plant der Verein Kentenich-Pädagogik nun die Einrichtung der Schule in der ehemaligen Leubaser Volksschule (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Daher hat die Vereinsspitze jetzt eine zweistufige Bauvoranfrage eingereicht, die zunächst das Aufstellen von Containern und zu einem späteren Zeitpunkt einen Anbau um zwei weitere Klassenzimmer an das bereits bestehende Schulgebäude vorsieht. In einem dritten – langfristig gedachten – Schritt ist außerdem eine Erweiterung des Schulgebäudes nach Norden angedacht, um zusätzliche Klassen aufnehmen zu können. Zu behandeln hatten die Räte am Dienstagabend die ersten beiden Vorhaben. Konkret will der Verein zunächst zwei Container als eine Art Provisorium auf dem Schulgelände aufstellen. In einem soll eine Klasse, in dem anderen die Toiletten untergebracht werden. Außerdem wird der Grundriss des bestehenden Schulgebäudes verändert werden. So soll Platz für insgesamt vier Schulklassen (einzügig) geschaffen werden. Die zweite Bauvoranfrage beinhaltete den östlichen Anbau von zwei weiteren Klassenzimmern zu einem späteren Zeitpunkt. ur Baurecht zählt Zwar stimmten die Stadträte auf Empfehlung der Bauverwaltung der ersten Anfrage einstimmig zu. Mit dem gleichen Ergebnis lehnten sie jedoch den zweiten Schritt ab, da der geplante Anbau zu groß für das Grundstück sei und zudem zu dicht an die Nachbarn heran rücke. „Dort ist ein Provisorium möglich, nicht mehr“, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Genau an diesem Provisorium störte sich jedoch Hans Mangold: „Nur ein Provisorium ohne dauerhaftes Konzept zu genehmigen, macht mich nicht glücklich“, sagte der Grünen-Stadtrat und forderte deshalb eine Vertagung des Themas. OB Netzer wies allerdings darauf hin, dass das Konzept der Schule aktuell kein Thema des Bauausschusses sei. „Es geht hier nur um die baurechtliche Genehmigung der Container, nicht um das Konzept oder den Grundstücksverkauf“, betonte er. Letzterer sei Sache des Liegenschaftsausschusses, die des Bauausschusses, dem Verein zu zeigen, was auf dem Gelände derzeit aus baurechtlicher Perspektive möglich ist und was nicht. Siegfried Oberdörfer von der SPD mahnte dagegen an, bei den Planungen genug Platz für den möglichen Anbau einer Kinderkrippe an den dortigen Kindergarten zu lassen. Dem stimmte Netzer zu: „Wir müssen unbedingt Flächen für eine Krippengruppe zurückhalten“, sagte er. Verhandlungen stehen an Mit der Entscheidung vom Dienstag kann der Verein nun mit der Stadt über die Verfügbarkeit des Grundstücks verhandeln. Nach Angaben von Dr. Richard Schießl, Leiter des Referats für Wirtschafts- und Verwaltungsentwicklung, soll das Thema möglicherweise bereits Anfang Juli auf der Agenda des Liegenschaftsausschusses erscheinen. „Wenn wir eine baurechtlich abgesegnete Lösung haben, haben wir eine Grundlage“, erklärte Schießl am Donnerstag. „Vorher macht ein Mietvertrag ja keinen Sinn.“ Renate Immler vom Kentenich-Verein äußerte sich gegenüber dem KREISBOTEN zufrieden mit dem Ergebnis der Bauausschuss-Sitzung. „Von beiden Seiten ist der Wille zur Kooperation da“, sagte sie. Das Problem mit den Abstandsflächen lasse sich leicht lösen, gab sie sich zuversichtlich. Jedenfalls könne der Verein jetzt über eine Anmietung des Areals verhandeln. Geplant seien zunächst drei Jahre, dann soll unter Umständen gekauft werden. „Einen Kauf schaffen wir aus dem Stand nicht“, sagte Immler. Sollte der Liegenschaftsausschuss einer Vermietung des Grundstücks zustimmen, heißt das aber noch lange nicht, dass die Privatschule tatsächlich auch kommt. Den außer den städtischen Gremien müssen auch die Schulbehörden und die Regierung von Schwaben dem Vorhaben zustimmen. Bis zur geplanten Eröffnung zum Schuljahr 2012/13 hat der Verein somit noch einen langen Weg vor sich.

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