Geschenk aus einer Parallelwelt

Ein Exponat mehr von Adolf Hengeler kann die städtische Kunstsammlung im Kornhaus seit Freitag aufweisen. Möglich gemacht hat das Christian Hof. Der Kemptener war im Internet bei ebay auf das Werk „Der Staatsanwalt und der Kellner“ des Kemptener Künstlers Hengeler gestoßen und hatte es kurzerhand ersteigert. Am Freitag übergab er es nun OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Museumsleiterin Ursula Winkler.

Der Kauf der Original-Zeichnung des Kemptener Malers Adolf Hengeler (1863-1927) sei zwar nicht ganz billig gewesen, erklärte Hof, aber aus Dankbarkeit gegenüber seiner Heimatstadt habe er gerne zugeschlagen. „Ich liebe die Stadt, in der ich lebe“, sagte er. Viel wichtiger sei außerdem die Symbolik der Schenkung – zu zeigen, dass man sich Gedanken über etwas gemacht habe, dass anderen Menschen wichtig sei, erklärte Hof. Und Hengeler sei wichtig für Kempten und die heimische Museenlandschaft. Das Mitglied der „Soul Babies“ und ehrenamtlicher Betreuer der Website der Kemptener Museen will mit dieser Aktion jedoch auch auf die Chancen und Risiken des Internets aufmerksam machen. „Wir beachten gar nicht, dass sich dort eine Parallelwelt auftut“, konstatierte er. So werde beispielsweise ein Hengeler-Werk versteigert, aber keiner in Kempten bekomme das mit. Das gleiche gelte für Wikipedia-Einträge oder das Ersteigern von privaten Dingen. „Keiner denkt daran, dass auch falsche Dinge dort drin stehen.“ Nicht zuletzt deshalb riet er OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Online-Berichte über Kempten regelmäßig von der Verwaltung überprüfen zu lassen. A propos Wikipedia: Pünktlich zur Bildübergabe war auch der von Hof selbst erstellte Eintrag über Adolf Hengeler in der online-Enzyklopädie freigeschaltet worden.

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