Zu wenig Zustimmung von den Anwohnern

Lärmschutzwand endgültig vom Tisch

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Zwei Fliegen mit einer Klappe: Der geplante Fußgängerüberweg an der Einmündung zur Bergstraße soll nicht nur das Überqueren der Staatsstraße sicherer machen (der ausgeprägte Trampelpfad am linken Bildrand zeugt davon, wie viel frequentiert der Weg ist), sondern gleichzeitig auch die Geschwindigkeit des Durchgangsverkehrs drosseln.

Haldenwang/Börwang – Die geplante Schallschutzwand entlang der Börwanger Stei-ge ist seit vergangener Woche komplett vom Tisch. Nachdem sich auch die Anlieger im nördlichen Bauabschnitt nicht auf eine anteilige Finanzierung einigen konnten, hat der Haldenwanger Gemeinderat einstimmig beschlossen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

Grundlage des ganzen Vorhabens, das von einigen Anwohnern der vielbefahrenen Bör- wanger Steige seit Jahren gewünscht und gefordert worden war und das seit Monaten für teils hitzige Diskussionen gesorgt hatte, war das freiwillige Angebot der Gemeinde, die Hälfte der Kosten für einen Lärmschutzwall entlang der östlichen Seite der Staatsstraße zu übernehmen. Die andere Hälfte hätten die 18 Anlieger anteilig tragen müssen (der Kreisbote berichtete mehrfach).

Im Lauf des Verfahrens erwiesen sich die anfänglichen Kostenschätzungen von 400.000 Euro als zu niedrig angesetzt. Zuletzt war für die drei Bau- abschnitte von einer Gesamtbausumme von 600.000 Euro die Rede. Für die Anwohner hätte dies eine finanzielle Be-lastung in Höhe von jeweils 15.000 bis 60.000 Euro bedeutet.

Auf Nachfrage der Gemeinde sprachen sich letztlich lediglich drei Parteien eindeutig für eine Umsetzung des Projektes aus. Der Gemeinderat entschied sich daher in seiner Sitzung im September gegen eine Weiterverfolgung der Pläne in den Abschnitten Süd und Mitte. Ein Anwohner im nördlichen Bauabschnitt (nördlich der Einmündung Bergstraße) hatte damals um einen Aufschub gebeten, um mit seinen Nachbarn über eine mögliche gemeinschaftliche finanzielle Lösung zu verhandeln. Er teilte nun mit, dass diese Versuche gescheitert seien. „Wenn das Ganze von Anliegerseite nicht zustande kommt, können wir als Gemeinde nichts tun“, so Bürgermeister Josef Wölfles (CSU/FW) Kommentar.

Die Entscheidung des Gemeinderats, das Thema endgültig ad acta zu legen, fiel ein- stimmig. Sollten Anwohner individuelle Lösungen anstreben, werde die Kommune sie in Bezug auf notwendige Genehmigungen nach Möglichkeit „positiv begleiten“, bekräftigte Wölfle zum wiederholten Male. Darüber hinaus erarbeite man weiterhin Maßnahmen, um zumindest die Geschwindigkeit des Durchgangsverkehrs zu drosseln. An der Einmündung zur Bergstraße soll voraussichtlich im Frühjahr 2015 ein Fußgängerüberweg entstehen, der so, die Hoffnung, allein schon dafür sorgen wird, dass heruntergebremst wird. Im Zuge einer vorausgehenden Verkehrs- schau soll auch geprüft werden, ob es hilfreich wäre, das Ortsschild weiter Richtung Norden zu verschieben und somit die Tempo 50-Zone auszuweiten.

Gemeinderat Dr. Albrecht Botzenhardt (FW) sprach sich zudem dafür aus, die Anschaffung von Starenkästen zu überdenken. Haldenwangs 2. Bür- germeister Matthias Amann (FW) erklärte auf Nachfrage des Kreisboten, im Gemeinderat herrsche trotz der investierten vielen Zeit und Energie – über die Höhe der Planungskosten wolle die Gemeinde keinerlei Auskunft geben – keine Katerstimmung darüber, dass das Projekt gescheitert sei. „Wir sind froh, dass dieses Thema, das seit vielen Jahren immer wieder aufkommt, nun endgültig ausdiskutiert und geklärt ist“, sagte er.

Sabine Stodal

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