Mit etwas mehr als drei Millionen Euro ging es in die letzte Runde

Gestaltung des Isnyer Marktplatzes abgesegnet

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Der Plan des Marktplatzes mit der ungefähren Lage der abgestimmten Teilstücke.

Isny – Der Isnyer Marktplatz ist schon jahrelang in der Diskussion und nun hat der Gemeinderat auf der Grundlage der Bürgerbeteiligung und der von Herrn Wich vorgetragenen Änderungen des vorgelegten Bauplans endgültig entschieden, wie die Bebauung in Angriff zu nehmen ist. Einstimmigkeit des Gemeinderats war hier nicht zu erwarten, aber Mehrheitsbeschlüsse sind demokratisches Werkzeug und zu akzeptieren.

Beim Gasthof Hirsch ist die Verglasung im unteren Teil des Gebäudes schon richtungsweisend für die weitere Verwendung als Café-Bar eingesetzt. Auch die Freitreppe entlang der Bergtorstraße wird in diesem Jahr noch eingebaut, um den Zugang von der Straßenseite zu ermöglichen. Bei den vorgelegten Bebauungsplänen war es nur möglich, zu einem Ergebnis zu kommen, indem man die einzelnen Gewerke separat abstimmte. Folgende Ergebnisse ergaben sich daraus: 

• Zwischen der Freifläche vor dem Gasthof Hirsch und dem Blaserturm wird das von den Archäologen geborgene Kopfsteinpflaster aus dem fünfzehnten Jahrhundert eingebaut. Dem Antrag von Gebhard Mayer stimmten Freie Wähler und SPD zu. 

• An die Ecke des Blaserturms wird der wieder gefundene Prangerstein gesetzt. Das wurde einstimmig entschieden. 

• Mehrheitlich entschieden wurde die dort anschließende freie Fläche, auf die das Fontänen-Feld als Spielfeld vor allem auch für die Kinder kommen soll.

• Die unter dem Marktplatz liegenden Grundmauern werden durch Eisenbänder im Pflaster kenntlich gemacht. Dabei gab es eine Enthaltung. 

• Acht Meter des Stadtbachs werden in der Achsenverlängerung des Hallgebäudes offengelegt, von einer Seite mit Stufen versehen und zum Hotel/Restaurant Barfüßer mit einem Geländer gesichert. Der Zugang zur Außenbestuhlung wird großzügig freigehalten. Der Antrag der Freien Wähler und der SPD wurde von der CDU abgelehnt. 

Darüber sind sich aber alle klar: Ob das nun die richtigen Entscheidungen waren, kann man erst nach Abschluss aller Baumaßnahmen in diesem Bereich abschätzen, denn die Offenlegung des Stadtbachs in dem Bereich Hofstatt und die Pflasterung dort soll insgesamt ein harmonisches Ganzes ergeben. Da muss man sich auch auf das Planungsbüro verlassen, denn die haben die Erfahrung mit solchen Arbeiten. Das „Herzstück von Isny“ ist sowieso kleiner, als man denkt und die Nutzung zu den verschiedensten Anlässen wird immer viel Kompromissbereitschaft erfordern. Die Möglichkeit der schmalen Durchfahrt im Spielstraßenmodus (7Km/h, keine Parkplätze) ist ja schon der erste Kompromiss.

Kommentar

Nerven muss man haben wie Drahtseile, wenn man in der Isnyer Innenstadt wohnt oder beschäftigt ist. Aber: Es zeichnet sich wenigstens vorübergehend ab 2020 eine Beruhigung ab, wenn die Kräne und Absperrungen langsam weniger werden. Oder stimmt das gar nicht? Noch als „Schwarzer Peter“ und ein wenig unter der Hand: In der Obertorstraße ist die Kanalisation auch noch zu erneuern und wissen Sie noch, welchen Aufwand das in der Bergtorstraße gemacht hat? In einem Gespräch hatte Bürgermeister Rainer Magenreuter gesagt: „Bauen ist das Zeichen für Optimismus einer Stadt.“ Da hat man in Isny aber noch einen Haufen Optimismus, der bei der Stadtentwicklung helfen kann. Eines kann man den Stadtplanern und der Stadtverwaltung bescheinigen: Verschlafen wird hier nichts, und um Kreis- und Landeszuschüsse bemüht man sich auch permanent. Liebe Isnyer, Isny war mal eine kleine verschlafene Stadt mit liebenswerten, altertümlichen Winkeln und Ansichten. Schauen Sie aber mal die alten Ansichten genauer an: Lange wäre das nicht mehr gutgegangen, da nagte an allen Ecken und Enden der „Gilb“ und den wieder loszuwerden, ist eine heftige Anstrengung wert. Aufpassen ja, aber freie Fahrt dem Tüchtigen, solange die Mehrheit der Bevölkerung dahinter steht und nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Mal sehen, wie die Gemeinderatswahl im Mai über die Bühne geht. Die Grünen rücken auch in den Fokus und mit vier Fraktionen im Gemeinderat wird das politische Leben noch interessanter. Einige der alten Steuermänner und -frauen stehen weiterhin mit auf den Listen. Mag man in der Stadt auch an großen Rädern drehen: Die Richtung gibt vor allem der Gemeinderat vor. 

Manfred Schubert

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