Aus dem Gestaltungsbeirat

Gestaltungsbeirat diskutiert über Berufliches Schulzentrum und Beratung- und Therapiezentrum

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Kempten - Generalsanierung Berufliches Schulzentrum: Die Sanierung und Erweiterung der FOS/BOS war bereits in der Märzsitzung 2019 im Gestaltungsbeirat diskutiert worden. In der letzten Sitzung vor der Sommerpause war nun die Generalsanierung der drei Berufsschulen auf dem selben Areal zwischen Kotterner Straße und Wiesstraße südlich des Forums Allgäu Thema. Umgeben ist das Areal von zahlreichen Gebäuden in abweichender Bauweise mit bis zu vier Geschossen.

„Wir haben lange und heftig diskutiert, weil wir sehr beeindruckt waren, was hier passiert“, bekannte Bü Prechter, Vorsitzende des Gestaltungsbeirats, nach einer Vor-Ort-Begehung des Gremiums und dem Vortrag von Rainer Lindermayr vom mit der Sanierung der Schulgebäude beauftragten Büro F64 Architekten. Da der Zustand der Ziegelfassade teilweise schlecht ist und die Außenwände nicht gedämmt, soll die Ziegelfassade durch eine gedämmte Keramikelementefassade ersetzt werden. Die Attika der Gebäude sollen leicht erhöht werden und die Vordächer sollen entfallen. Entlang der Kotterner Straße soll die Position einiger Außenwände leicht verändert und das Innere der Gebäude teilweise neu geplant und organisiert werden. Mit der Freilandplanung ist der Landschaftsarchitekt Wilhelm Müller beauftragt. „Großartig“ fand Prechter hier zum Beispiel die „großen Terrassenanlagen“, für die sie sich möglichst „nur eine Materialität“ wünschte, wie auch den Verzicht auf Mobiliar – „die Sitzkanten reichen“.

Die Einbeziehung der besprochenen Details möchte das Gremium nochmals vorgelegt bekommen. Es sei klar, dass es Dinge gebe, die schön wären, „aber wir sind mit dem Muss an der finanziellen Grenze“, bremste Erwin Hagenmaier (CSU). Wir sind froh um jedes Drum das wir jetzt nicht anfassen müssen“, mahnte er. „Es geht jetzt um das Profane, das Wünschenswerte kann ja noch kommen.“

Beratungs- und Therapiezentrum

Eine Angebotserweiterung durch Beratungs-, Therapiezentrum und Tiefgarage plant das AllgäuStift für ihre Einrichtung Marienpark am Rübezahlweg. Dafür soll ein zweigeschossiges Gebäude südlich des bestehenden Marienheims, parallel zum Schumacherring, im Bereich des Parkplatzes entstehen. Unterhalb des Therapiezentrums soll eine ebenfalls zweigeschossige, komplett unterirdische und vom Schumacherring her erschlossene Tiefgarage Parkraum für die Mitarbeiter bieten; Patienten- und Besucherparkplätze sind vor dem Stiftungszentrum sowie südlich der Auf- und Abfahrt vorgesehen. Die Nordfassade soll französische Balkone bekommen, die etwas zurückversetzt in den Laibungen positioniert werden. 

Eigentlich sollte das Gremium nur die Fassade diskutieren, da die Gebäude bereits gesetzt seien. Es nahm dennoch auch die städtebauliche Seite ins Visier und das aufgrund seiner Größe und prominenten Lage am Schumacherring als stadtbildprägend angesehene Vorhaben passierte die Sitzung des Gestaltungsbeirats nicht ohne Kritik. So hatte unter anderem Vorsitzende Bü Prechter über die städtebauliche Setzung des Baukörpers entlang der Straße „ein bissel gerätselt“, dann aber erkannt, dass es dem Schutz des für die Patienten wichtigen Therapieparks vor der Straße sei. Sie sah auch einen „kritischen Punkt“ mit Gefahrenpotential in der Tiefgarageneinfahrt, die ihres Erachtens tiefer gelegt werden sollte. Gestaltungsbeirat Prof. Hans-Peter Hebensberger-Hüther sah bei den geplanten Balkonen Probleme mit dem Lärmschutz. 

Architekt Jochen Jakob klärte darüber auf, dass es um keine Wohnbebauung gehe, sondern nur um Tagesbetreuung ohne Schlafen. Auch die aus senkrechten Holzplatten in den bunten Farben des Marienheims geplante Fassade stieß nicht auf Hebensberger-Hüthers Wohlwollen. Wie Jakob angab, sei das aber der explizite Wunsch des Bauherrn. Die Zusammenfassung der Beratungen der Gremiums oblag Helmut Kuess, der das „Panorama-Hotel“ zum Ring hin kritisierte, statt einer „einfachen Setzung“ den Vorzug zu geben. Eine Abschottung zum Park hin sei „auch ohne diese große Gestik möglich“. Besser sei ein „einfacher, kompakter Baukörper intelligent gesetzt“. Zweifel hatten die Fachleute auch daran, dass die Baumreihe entlang der geplanten Tiefgarage den Eingriff überlebt. Sie regten zudem an darüber nachzudenken, ob nicht ein schmalerer Baukörper mit drei Geschossen eine Option sein könne, die auch den Therapiegarten vergrößern würde.

Christine Tröger

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