Ein Gewinn für alle

Uli Roder (rechts) beweist, dass auch Behinderte für andere Behinderte wertvolle ehrenamtliche Arbeit leisten können. Das Interesse von Renate Deniffel (links) und die Ermunterung von Günther Stangl (hinten) bestätigen ihn in seiner Absicht, sein Engagement zu steigern. Foto: Würzner

Die Aufforderung der Impulse Bürgerservice GmbH „Du + ich = wir – Mach mit!“ ist bei Uli Roder aus Altusried auf offene Ohren gestoßen. Der ehemalige Zeitsoldat ist seit der Diagnose „Leistungsfunktionsstörung“ in Frührente. Nach 15 Jahren Untätigkeit hat er nun eine Aufgabe gefunden, die ihn ausfüllt, aber nicht überfordert. Jeden Mittwoch ist er von 10 bis 17 Uhr in der Seniorenwohnanlage Kastaniengarten in seinem Heimatort das Mädchen für alles.

Zimmer reinigen, Vorlesen, den Mittagstisch herrichten, in der Küche helfen, Einkaufen – wo man ihn braucht, macht er sich nützlich. Er könnte sich noch mehr ehrenamtliches Engagement an weiteren Tagen vorstellen, aber Theresia Dauner soll ja auch noch die zahlreichen Praktikanten beschäftigen, die ihr von den Schulen geschickt werden. „Die Beschäftigung mit alten, behinderten oder dementen Menschen bedarf einer gewissen Hilfestellung. Ohne Einarbeitungszeit gibt’s da Probleme. Bei Uli profitieren wir inzwischen von seiner Mitarbeit, es ist eine WinWin-Situation“, beschreibt die Pflegedienstleiterin die momentane Lage. Der Kontakt mit Impulse wurde am 15. Oktober vergangenen Jahres hergestellt. Klaus Trunzer, Dipl. Sozialpädagoge und Berater vom Bürgerservice, hatte schon Erfahrung mit Behinderten im Ehrenamt. Bei den Johannitern, der Grabpflege und Instandhaltung von Wanderwegen sind sie nicht mehr wegzudenken. Geschäftsführer Jürgen Schulz ist als Altusrieder natürlich besonders davon angetan, dass ein Einheimischer in seinem Wohnort ein Beispiel dafür ist, dass ehrenamtliche Arbeit von Behinderten für Behinderte ein Erfolgsmodell ist, das anderen Mut machen sollte. Dem konnten die Schirmherrin Bezirksrätin Renate Deniffel (CSU) und der Behindertenbeauftragte des Landkreises Oberallgäu, Günther Stangl, nur zustimmen. Sie sehen der Zukunft optimistisch entgegen, schließlich sind als Gesellschafter die Allgäuer Werkstätten, die Körperbehinderte Allgäu eGmbH, die Lebenshilfe Kempten, der Lebenshilfe Betreuungsverein Kempten und die Lebenshilfe Südlicher Landkreis Oberallgäu mit im Boot.

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