Machbarkeitsstudie für die Museen im Gemeinderat vorgestellt

Neustrukturierung nötig

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Das Expertenteam der Machbarkeitsstudie: Prof.Dr. Joachim Kallinich (v.l.), Dr. Matthias Bullinger, Dipl. Ing. Evelyn Straub, Dipl. Ing. Mathias Fetzer und Gisela Dirunger von „Bildkultur“.

Isny – Es entspricht den Entscheidungspraktiken in der heutigen Zeit, wenn Experten hinzugezogen werden, die aus einem gewissen Abstand heraus die Situationen begutachten, die geändert werden soll.

So auch bei der Neuorientierung in der Museenlandschaft der Stadt Isny. Zugegeben, nach der Verabschiedung in den Ruhestand von Martin Kratzert als Leiter der Museen, der gleichzeitig noch in einigen anderen Funktionen eingesetzt war, dümpelte besonders das Mühlturmmuseum still vor sich hin und verzeichnete immer weiter abnehmende Besucherzahlen. 

Da gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder einen Arbeitskreis bilden, oder ein Gutach- ten erstellen lassen. Beauftragt wurde schließlich das Büro „Bildkultur“ aus Stuttgart. Dr. Matthias Bullinger und Gisela Dinger haben in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Joachim Kallinich vom Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität Berlin und den freien Architekten Mathias Fetzer und Evelyn Straub gründlich nachgebohrt und entsprechende Vorschläge ausgearbeitet. Das Ergebnis ist irgendwo zwischen schockierend und gewöhnungsbedürftig angesiedelt, wenn man die bisher kulturell Tätigen ein wenig hinterfragt. 

Der Status quo: Das Mühlturm-Museum ist in einem Gebäude, dessen kostenlose Nutzung zeitlich begrenzt ist und für das keine Vertragsverlängerung in Sicht ist. Wenn aber 2016 der Pachtvertrag nicht verlängert wird, sollte ein Alternativ-Angebot bereits beschlossen und eingerichtet sein. Nach Meinung der Experten ist die Lage am Rande des Zentrums wenig ansprechend. Auch der Vorschlag das Museum in der Appretur am Diebsturm unterzubringen, wäre nur das Umziehen von einer Randlage in die andere. 

Alles unter einem Dach 

Professor Kallinich geht da gleich in die Vollen. Er schlägt vor mit dem Museum, der Stadtbücherei, dem Archiv und der Tourist-Info sowie einem größeren Raum für Vorträge und andere Veranstaltungen ein kulturelles Zentrum zu schaffen, das zentraler nicht liegen kann und in dem man sich vor Publikumsverkehr kaum retten kann. Didaktisch und geschichtspädagogisch wäre dann das Museum im Sichtfeld der Touristen und der Isnyer, wenn der Anbau im hinteren Teil entsprechend konzipiert ist. Aber soweit ist es noch nicht und in Isny wird mit Sicherheit noch viel darüber diskutiert werden. Der Anstoß zum Umdenken ist jedenfalls gegeben. 

Der Anbau ans Hallgebäude kommt ganz bestimmt, die Stadtbücherei mit seinem kontinuierlichen Besucherstrom ist seit Jahren ein Magnet. Das Büro für Touristik ist im unteren Teil der Kurhauses ist für Fremde schwer zu finden und noch nie ist das wertvolle Stadtarchiv richtig untergebracht worden. Da wurde im Laufe der Jahrzehnte einiges stiefmütterlich abgehakt. Nach Meinung der Stadtverwaltung ist Umdenken angesagt und die große Lösung erscheint den Entscheidungsträgern irgendwie akzeptabel.

Manfred Schubert

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