Statt erhobenem Zeigefinger

Gipfelknigge für Jung und Alt

Der Gipfelknigge will für richtiges Verhalten in der freien Natur werben und zu guten Beispielen ermuntern.
+
Der Gipfelknigge will für richtiges Verhalten in der freien Natur werben und zu guten Beispielen ermuntern.
  • VonJosef Gutsmiedl
    schließen

Oberallgäu – Mit der kleinen Broschüre „Der Gipfelknigge“ im Comic-Format will das Erlebniszentrum Alpin (ZNAlp) kindgerecht Benimm- und Verhaltensregeln vermitteln und für das Miteinander der verschiedenen Naturnutzer in der Allgäuer Kulturlandschaft und in „freier Wildbahn“ werben.

Das Thema Besucherlenkung – und Information – wird beim Zentrum Naturerlebnis Alpin in Obermaiselstein groß geschrieben. Mit dem neuen Gipfelknigge soll in erster Linie das junge „Publikum“ erreicht werden, erklärt der Leiter des ZNAlp, Ethelbert Babl. Dabei setze man bewusst und betont nicht auf den erhobenen Zeigefinger und Verbote. Vielmehr will der bunte Gipfelknigge auf ansprechende Weise und mit Augenzwinkern auf die wichtigsten Benimmregeln hinweisen, die beim Ausflug in die Berge, in die freie Natur überhaupt, gelten sollten – aus dem Blickwinkel der echten „Naturbewohner“, wie Gämse, Steinbock. Birkhuhn oder Steinadler, aber auch der Alp- und Forstwirtschaft.

„Wir wollen zeigen, was geht und was eben nicht geht“, ergänzt Rangerin Carina Bühler, die zusammen mit ihrer Kollegin Britta Löw zusammengestellt hat, welche Spielregeln gelten sollten, damit die Natur, die Tiere und ihre Lebensräume keinen Schaden nehmen. Wildes Zelten und Campen sei genauso Tabu wie Hinterlassenschaften welcher Art auch immer. Gestaltet wurde der Knigge bewusst kind- und familiengerecht, pfiffig aufgemacht mit griffigen Beispielen, witzigen Bildern, kurzen, prägnanten Texten. Im praktischen Postkartenformat findet das Heft überall Platz.

Und frei erfunden sind die Szenen, die im Gipfelknigge aufgegriffen werden keineswegs, wie Ethelbert Babl berichtet. Erst vor wenigen Tagen habe er bei einer Bergtour am Ufer des Schrecksees in den Oberstdorfer Bergen etliche Melonenschalen gefunden. „Das geht nicht. So gesehen, ist unser Heft auch als Auffrischung und Erinnerung gedacht.“ Und über die Zielgruppe Kinder erreiche man die Eltern.

Das sieht auch der Balderschwanger Bürgermeister, Konrad Kienle, so: Früher habe man Vieles, was das Heftchen aufzeige, schon in der Grundschule gelernt. Und oft seien sich viele Naturgenießer und -nutzer gar nicht bewusst, was das eigene Verhalten bewirke, gibt Kienle zu bedenken. Umso wichtiger sei diese Form der „Aufklärung“. Nicht zuletzt soll der Gipfelknigge auch über die gängigen Social-media-Kanäle weitere Verbreitung finden. Dazu wird es einen digitale Variante der Broschüre geben. Und das Umweltministerium, das den Gipfelknigge und seine Umsetzung finanziell unterstützte, will die Idee und das Heft nach Oberbayern „exportieren“.

Das Heftchen mit den zwölf konkreten Tipps gibt es in den Tourist-Informationen der Partnergemeinden (Balderschwang, Obermaiselstein, Oberstdorf, Bad Hindelang und Sonthofen), in vielen Sportgeschäften und bald auch an den Bergbahnen. Kostenlos.

Lesen Sie auch: Hortus Natura: Die Brennnessel als Lebensraum

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fundstücke liefern Erkenntnisse zum Alter des antiken Cambodunums
Kempten
Fundstücke liefern Erkenntnisse zum Alter des antiken Cambodunums
Fundstücke liefern Erkenntnisse zum Alter des antiken Cambodunums
Feneberg will die Allgäuhalle
Kempten
Feneberg will die Allgäuhalle
Feneberg will die Allgäuhalle
Corona-Ticker: Inzidenzen in Kempten und im Oberallgäu sinken leicht
Kempten
Corona-Ticker: Inzidenzen in Kempten und im Oberallgäu sinken leicht
Corona-Ticker: Inzidenzen in Kempten und im Oberallgäu sinken leicht
»Lions Glücksmomente«-Adventskalender: Jetzt im Handel
Kempten
»Lions Glücksmomente«-Adventskalender: Jetzt im Handel
»Lions Glücksmomente«-Adventskalender: Jetzt im Handel

Kommentare