Glatt oder aufgelockert?

Variante 1: Der Neubau wird ein klar gegliedertes Gebäude mit glatter Fassade. Das würde jedoch zu massiv und wuchtig wirken, befürchtet Baureferentin Monika Beltinger.

Lob für Baukörper

Im Bezug auf den Neubau meinte Beltinger: „Wir werden einen sehr prominenten Baukörper erhalten.“ Anhand eines Modells zeigte sie verschiedene Varianten. Geplant sind drei Verkaufsgeschosse mit einer Höhe von jeweils fünf Metern. Darauf entstehen wohl nach hinten versetzt noch Büros. Das erste Modell ist ein ganz klar gegliedertes Gebäude mit einer glatten Fassade. Allerdings befürchtete Beltinger, dass das Haus dann zu massiv wirkt, auch weil die Fassade eine Verlängerung der neuen Fassade des künftigen Reischmann-Gebäudes (SinnLeffers-Haus) wäre. Daher sieht eine andere Variante vor, die Fassade mit Versetzungen der Geschosse, also Rück- und Vorsprüngen aufzulockern. Die CSU-Stadträte Karl Sperl, Erwin Hagenmaier und Thomas Kiechle konnten sich mit der Auflockerung nicht anfreunden. „Warum wählt man nicht die erste Variante, ein ganz klar gegliedertes Gebäude“, fragte Sperl. Kiechle fand auch eher Zugang zu den klaren Fronten. Und Hagenmaier meinte, dass eine klare Formensprache viel besser sei, „als ein Zeitgeist, der sich um die Ecke spielt“. An der aufgelockerten Fassade, „wird man sich totsehen“, betonte er. Beltinger entgegnete jedoch, dass die Dimension des Gebäudes nicht unterschätzt werden dürfte. „Eine glatte Fassade würde die Wucht des Gebäudes verstärken.“ Daher sei zu überlegen, wie man die große Dimension raus bekomme. Vor- und Rücksprünge würden dabei helfen, einen anderen Eindruck zu vermitteln. „Das Gebäude wird groß und mächtig, soll aber nicht so wirken“, machte Beltinger ihr Anliegen deutlich. Investor Rossing betonte, dass die Gliederung der Gebäudekubatur durch klare Linien wieder beruhigt wird. „Wir müssen die Fassade aber auflockern, wir sind im Herzen der Stadt.“ Richard Hiepp (CSU) sagte die leicht aufgelockerte Version besser zu. Siegfried Oberdörfer (SPD) sah das Spielerische als Chance für das markante Gebäude. „Im ersten Moment besticht die Klarheit, aber es besteht die Gefahr einer zu großen Massivität“, meinte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Er empfahl, die aufgelockerte Variante etwas zurückzunehmen und klarer zu gestalten. „Ich verstehe nicht, warum die Stockwerke vor und zurück versetzt sein sollen.“ In Zusammenarbeit der Verwaltung und des vom Investor beauftragten Architekturbüros wird nun weiter an den Planungen gefeilt. Gut gefallen hat Stadtrat Hans Mangold (Grüne), dass die Hinterhofsituation aufgelöst wird. Auf der Rückseite des Gebäudes wird künftig über eine Zufahrt die Hotel-Vorzone, die Anlieferzone und das Gelände des Allgäuer Brauhauses erreichbar sein.

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