"Glücksfall für den Stadtteil"

„Leinen los! Das Schiff sticht in See!“ Ab ging die Reise durch bisweilen stürmische Gewässer, die die „Queen Ilse“, auch bekannt als Ilse Roßmanith-Mitterer, in ihren 26 Jahren als Rektorin der Fürstenschule meisterlich durchschifft hatte. Zur Abschiedfahrt in der vergangenen Woche wurde sie von ihren Leichtmatrosen und ihrer Schiffsmannschaft, respektive Schüler und Lehrerkollegium, inklusive Elternbeirat, Schulleiter-Kollegen und dem Reeder der „Fasser-Lines“, Schulrat Hans Fasser, mit einer humorvoll-szenischen Rückschau überrascht. Ihr Faible für Bootsfahrten und Sprüche wie „Wir sitzen alle in einem Boot“, seien Inspiration für die Schiffskulisse gewesen, wie der galant moderierende Konrektor Kurt Richter preis gab.

Fast zwei Stunden lang wurde gesungen und getanzt, wurden Sketche und kleine Episoden gespielt was das Zeug hielt. Vom Fischen „in manchmal auch fremden Gewässern“ um „Leichtmatrosen anzuheuern“ war ebenso zu erfahren wie davon, dass nun „nicht mehr alle an Bord passen“ und im Beiboot, also Räumen der ehemaligen Maria Ward Schule, „mitfahren müssen“. Und auch in Ansprachen wurde die ideenreiche und tatkräftige Rektorin gewürdigt. Ihr Wirken als Schulleiterin habe „Spuren hinterlassen“, bescheinigte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), und hob nicht zuletzt das „positive Klima“ an der Schule hervor. Durch ihre „Hartnäckigkeit, aber auch ihr pädagogisches Einfühlungsvermögen“ habe sie an der Fürstenschule „eigene Akzente gesetzt“ und sie zu einer „herausragenden Einrichtung der Stiftstadt mit eigenem Profil und großer Außenwirkung“ gemacht. Es sei ein „komisches Gefühl“, seine „ehemalige Kapitänin“ zu verabschieden, ging Fasser, einst 1. Offizier (Konrektor) an Bord der „Queen Ilse“, auf ihren Werdegang ein. Bereits als Referendarin an der Schule in der Eich sei „ihr positives Wirken ein Glücksfall für den ganzen Stadtteil gewesen“, meinte er. Nach ihrer Station als Konrektorin an der Suttschule sei sie 1983 als Rektorin an die Fürstenschule gekommen. Mit nur fünf Klassen, keiner Sekretärin und viel Arbeit unter Bedingungen, die „alles andere als rosig waren“. Aber sie habe „gekämpft wie ein Löwe“, um die Schule zu erhalten, zeigte er sich beeindruckt. Ihre Kinderakquise in Kindergärten und Schulen nahm Fasser zur Melodie des „Kriminaltangos“ aufs Korn: „Sie klaute Kinder“, sang er mit den Schulleitern augenzwinkernd im Chor. Anerkennung von allen Seiten erntete Roßmanith-Mitterer auch für ihre vielfältigen Aktivitäten zur Förderung der Heimatkunde oder für Projekte wie „Erlebnisort Schule“. Tosender Applaus begleitete schließlich die Kapitänin zum Rednerpult. Bewegung und Stolz Tief bewegt staunte sie nicht schlecht darüber, „was hier auf diesem Schiff alles hinter meinem Rücken läuft“. Aber auch Stolz erfüllte sie, „dass so viele prominente Gäste diese Fahrt gebucht haben“. Darunter fand sich nicht nur ihr Nachfolger Pirmin Müller, derzeit Konrektor an der Wittelsbacher Schule, sondern auch die 98-jährige Barbara Hefele, bis 1973 Leiterin der Fürstenschule und Mentorin von Roßmanith-Mitterer während ihres Referendariats. Als Zehnjährige sei sie zum ersten Mal in diesem Gebäude gewesen. Da habe sie dem damals hier wohnenden ehemaligen Singschuldirektor Ottmar Wirth Hefte gebracht, blickte Roßmanith-Mitterer zurück. Und „vor 26 Jahren habe ich in dieser wunderbaren Stiftstadt“ angefangen, bis 1992 „allein auf der Brücke“, um Wissen, aber auch Herzensbildung zu vermitteln. Gehalten habe sie „die Liebe zum denkmalgschützten Gebäude, meinen lieben Schülern und der Crew“. Inzwischen sei der Schulsprengel geändert und damit die Sorge um ein zu Wenig an Schülern erstmal vorbei. Mitnehmen werde sie so manche Erinnerung, aber ganz bestimmt die an „diesen Nachmittag“, dankte sie allen.

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