Ehrung für 35 Jahre Einsatz in der Stadt-, Landes- und Bundespolitik

Gold für Thomas Kreuzer

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Zum 60. Geburtstag ehrte OB Thomas Kiechle (l.) Thoms Kreuzer für dessen jahrzehntelangen politischen Einsatz zum Wohle der KemptenerInnen mit der Goldene Rathausmedaille.

Kempten – Seinen 60. Geburtstag feierte Thomas Kreuzer zwar schon am 23. Mai, aber da er auch die letzten 20 Jahre zu diesem Datum nicht mehr geschafft hat zu Hause zu sein, hatte die Stadt erst vergangenen Donnerstagabend zum Empfang für den Jubilar in die Schrannenhalle des Rathauses geladen.

Für OB Thomas Kiechle war der runde Geburtstag seines Parteikollegen zudem ein willkommener Anlass, ihm für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger aus Kempten, dem Allgäu und ganz Bayern „in den verschiedensten Ämtern und Positionen auf Ebene der Kommune, des Landes sowie des Bundes“ zu danken und mit der Goldenen Rathausmedaille zu ehren. 

Exemplarisch beleuchtete Kiechle wichtige Stationen im Wirken von Thomas Kreuzer, der seit 1984, und damit seit 35 Jahren, im Kemptener Stadtrat sitzt und seit 1994, also seit 25 Jahren, Kemptens Abgeordneter im Bayerischen Landtag ist. 

Zu Kreuzers „Kernkompetenzen“ als Stadtrat führte Kiechle die Funktion des Beauftragten für Sanierungsangelegenheiten (1984-1990) an, des Beauftragten für Fragen der Landwirtschaft (1990-2002) und seinen Vorsitz des Rechnungsprüfungsausschusses seit Mai 1996. Er bescheinigte dem Geehrten „Sachverstand, analytisches Denken und reiches Fachwissen“, was er mit dem, was Menschen und die Gesellschaft bewegt, zu kombinieren verstehe. So habe Kreuzer auch ein Gespür dafür, „wo es gilt, gerade auf Landesebene, Weichen zu stellen, um wegweisende Entwicklungen für die Gesellschaft voranzutreiben“ und das tue er „sachlich, ernst und bestimmt“. 

Der Einzug Kreuzers ins Maximilianeum 1994 sei „der Beginn eines neuen Kapitels“ gewesen und auch dort seien seine besonderen Fähigkeiten erkannt und honoriert worden. Dies nicht nur durch besondere Aufgabenfelder, wie beispielsweise die Mitgliedschaft in so manchem Untersuchungsausschuss wie zum Beispiel um die Millionenverluste bei der Landeswohn- und Städtebaugesellschaft im Jahr 1999, sondern auch als „führender Kopf in der Landepolitik“, listete Kiechle einige Meriten Kreuzers. Eine wichtige Rolle habe Kreuzer, der seit Oktober 2013 der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag vorsitzt, auch in den Koalitionsverhandlungen in Berlin nach den Bundestagswahlen 2017 gespielt. Dennoch habe er nie die Verbundenheit mit seiner Heimat vergessen und in Kombination seiner politischen Ämter auch „die positive Entwicklung der Stadt Kempten mit wichtigen Impulsen geprägt“; darunter sein Einsatz für Zuschüsse für den Umbau und die Sanierung des Kornhauses, den Neubau des Milchwirtschaftlichen Zentrums Bayern in Kempten oder den Ausbau der Fachhochschule sowie, ganz aktuell, seine Unterstützung der städtischen Belange bei der Artilleriekaserne. 

Darüber hinaus könne man von Kreuzer auch an vielen Stellen lernen, „wie man’s richtig macht im Amt“, zollte Kiechle dem Politiker auch ganz persönlich Respekt. Kreuzer empfand den Empfang im Kemptener Rathaus – „der Erste in meiner politischen Laufbahn“ wie er meinte – als große Ehre und erinnerte sich u.a. zurück an seine Zeit als Sanierungsbeauftragter des Stadtrats. Da habe die Stadt noch ganz anders ausgehen und es habe „kaum ein saniertes Haus gegeben“. Mit Traudl Schwarz und dem damaligen OB Dr. Josef Höß sei er damals auf den Dächern in der Altstadt herumgestiegen. Seither habe man insgesamt „alles getan, die Stadt voranzubringen“. 

Mit einem Schmunzeln im Gesicht kündigte er an, wieder zu kandidieren, auch wenn es manchen „politisch Andersdenken vielleicht erschrecken wird“. Besorgt äußerte sich hingegen darüber, dass sich im Umgang miteinander „der Ton verändert“ habe und man wieder zu einer sachlichen Diskussion finden müsse. Er berichtete, früher nur ab und an Post wie heute praktisch täglich bekommen zu haben, aus der er jede Woche „mindestens zwei Briefe an die Staatsanwaltschaft weiterleiten könnte“. Positiv vermerkte er, dass viele Junge wieder Interesse an Politik zeigten, allerdings „leider oft nur punktuell“ und nicht für Ämter. „Es macht mir Sorge“ dass keiner mehr dafür bereit sei und so sei es nicht verwunderlich, dass manche Gemeinden „noch keinen einzigen Bürgermeisterkandidaten haben“. Deshalb sein Appell an die Politiker, die Menschen wieder zu motivieren, aber, betonte Kreuzer, „auch wir Politiker haben einen fairen Umgang verdient“. Dem pflichtete Kiechle bei, der mahnte, „wenn sich Sprache verändert, wird es nicht dabei bleiben“.

Christine Tröger

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