Gottes Segen für den weiteren Weg

Kaplan Breimair verabschiedet sich mit Walzerklängen von St. Lorenz

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Zum Abschied überreichten Martin Rauh (li.), die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Birgit Wildegger und Benedikt Wildegger (re.) dem scheidenden Kaplan Mathias Breimair (2. v. re.) ein Bild der Basilika St. Lorenz.

Kempten – „Mit der ersten Kaplansstelle ist es für viele Priester so etwas wie mit der ersten großen Liebe“, bemerkte Stadtpfarrer Monsignore Dr. Bernhard Ehler.

Entweder es funktioniere oder aber man lasse künftig die Finger davon, fuhr er in seiner humorigen Ansprache zur Verabschiedung von Kaplan Mathias Breimair im Pfarrsaal von St. Lorenz am Samstagabend fort. Ehler dankte ihm für seine gute Arbeit und wünschte ihm Gottes Segen für seine neue Tätigkeit. Der Kaplan verlässt Kempten nach zwei Jahren und wird künftig die Pfarreiengemeinschaft Neusäß verstärken. Groß war die Zahl derer, die sich während einer kleinen Feierstunde im Anschluss an die Abendmesse in der Basilika St. Lorenz von dem jungen Geistlichen verabschieden wollten. Nach einigen Einlagen der Ministranten und Aktiven der Pfarrei setzte sich der scheidende Kaplan selbst ans Klavier und erfreute die Gäste mit schwungvollen Walzerklängen von Johann Strauß. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich eine so gute erste Kaplansstelle bekommen habe“, richtete sich Breimair an die Gäste im Pfarrsaal. 

Hier habe er alle Facetten der Seelsorge kennengelernt und auch Religionsunterricht in der Maria-WardMädchenrealschule gegeben, schilderte er in einem Gespräch vor einigen Tagen. „Beim Einpacken meiner Sachen habe ich mir überlegt: Was nehme ich mit aus den vergangenen zwei Jahren?“, so der Kaplan. Die Bandbreite der Pfarrei St. Lorenz sei enorm, durch die angegliederte Cityseelsorge mit ihrem Café habe er Bereiche kennengelernt, die es in anderen Pfarreien nicht gebe. Es sei sehr interessant gewesen, dadurch so vielen verschiedenen Sichtweisen von Menschen zu begegnen, schilderte er. „Von Anfang an musste ich das tun, was ein Priester macht. Ich bin nicht erst langsam eingestiegen“, blickt der 30-Jährige zurück. Seine Ruhe und Zuversicht hat dem jungen Geistlichen dabei geholfen. 

Sein Elternhaus in Mertingen sei für ihn immer eine stabile Größe gewesen und habe ihn in seiner Persönlichkeitsbildung positiv geprägt, beschreibt Breimair. Zu seiner Familie hat er nach wie vor eine starke Bindung, seine jüngere Schwester war auch bei der Verabschiedungsfeier dabei. In seiner Kaplansstelle in St. Lorenz habe er einen klaren, geschützten Rahmen vorgefunden, schildert er. Hier habe er das Handwerkszeug erhalten, auch in schwierigen Situationen zurechtzukommen. „Mit Traurigkeit gehe ich weg, aber ich freue mich auch auf das, was kommt“, beschreibt Breimair. In der neu geordneten Pfarreiengemeinschaft Neusäß wird er gemeinsam mit dem leitenden Pfarrer und einem weiteren Kaplan doppelt so viele Katholiken vorfinden wie in St. Lorenz, erzählt der Priester. Für seine neue Wohnung hatte sich Breimair ein Bild von St. Lorenz gewünscht, das ihm die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Birgit Wildegger im Namen vieler „St. Lorenzer“ während der Feierstunde überreichte. Es werde einen guten Platz finden, versprach Breimair mit sichtbarer Freude und Dankbarkeit. Während der Veranstaltung ließen Manuela Ludwig und ihre Nichte in einem Sketch die vergangenen zwei Jahre Revue passieren, Nicole Hock bot eine Clownerie zum Besten, Killian Naumann überzeugte mit einem Klavierstück und Benedikt Wildegger spielte auf dem Akkordeon. Die Ministranten und Gemeindereferent Martin Zeller überraschten ihn mit einer lustigen Darbietung auf unterschiedlich großen Orgelpfeifen, die verschiedene Charaktereigenschaften symbolisierten. „Als Künstler der Gelassenheit“ habe Zeller den Kaplan vor der Romwallfahrt erlebt und ihn dafür bewundert, schilderte der Gemeindereferent. Mit dem Wunsch: „Behalte dir deinen Humor“, dankte er ihm zusammen mit den Ministranten für die gemeinsame Zeit. 

Sabine Verspohl-Nitsche

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