Unterschriften gegen Plastik

Mikroplastik: Unscheinbar, aber gefährlich

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Schön schaurig: Selbst in Duschgel und Make-Up findet sich Plastik, das ins Meer gelangt und von dort über Fische in die Nahrungskette.

Plastik aus Kosmetikprodukten gelangt über die Abwässer in die Umwelt und gefährdet unsere Meere.

Darüber und wie Verbraucher Produkte mit festen und flüssigen Kunststoffen inklusive Silikonen künftig vermeiden können, informieren Greenpeace-Freiwillige am morgigen Samstag, 29. April, von 10 bis 14 Uhr in der Fußgängerzone vor dem Künstlercafé. „Viele Menschen wissen nicht, dass sie jeden Tag Mikroplastik aus Make-Up, Peeling oder Duschgel in unsere Flüsse und Meere spülen“, sagt Roland Graef von der Greenpeace-Gruppe Kempten. Kleinste Meereslebewesen können Mikroplastik mit Nahrung verwechseln oder unbewusst aufnehmen; so ist es längst in der Nahrungskette angekommen. Einem kompletten Verzicht auf Kunststoffe in ihren Produkten weicht die konventionelle Kosmetikindustrie jedoch aus. „Umweltministerin Barbara Hendricks muss deshalb feste und flüssige Kunststoffe in Produkten verbieten, die täglich ins Abwasser gelangen“, sagt Graef. Eine Greenpeace-Petition an die Umweltministerin liegt zum Unterzeichnen am Infostand aus.

Plastikmüll im Meer stellt ein wachsendes Umweltproblem dar. Ein Greenpeace-Report vom Oktober 2016 zum Stand der Mikroplastikforschung listet Funde und Folgen von Fisch und Meeresfrüchten auf. Außerdem zeigen Studien, dass Mikroplastik samt Schadstofflast in die Nahrungskette übertragen und angereichert werden kann. Zahlreiche der in Kosmetika eingesetzten Kunststoffe gelten als schwer oder nicht biologisch abbaubar, andere als giftig für wasserlebende Organismen. Für die meisten gibt es jedoch überhaupt keine oder nur lückenhafte Kenntnisse über ihre Umweltverträglichkeit. Das widerspricht aus Greenpeace-Sicht dem Vorsorgeprinzip. „Erste Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien gehen das Mikroplastik-Problem bereits per Gesetz an. Deutschland muss jetzt mit einer umfassenden gesetzlichen Regelung nachziehen“, fordert Graef.

Mikroplastik kann ersetzt werden, wie zum Beispiel die Naturkosmetik zeigt. Produzenten konventioneller Kosmetik versuchen aber mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung ein Verbot zu verhindern. Das Ergebnis einer Herstellerbefragung durch Greenpeace: Mit der Fokussierung auf die Plastikpartikel macht es sich die Industrie viel zu leicht und ignoriert das Problem flüssiger oder wachsartiger Kunststoffe. Da es keine offizielle Definition gibt, sucht sich jeder Hersteller aus, auf welche Produkte sich sein freiwilliger Verzicht bezieht. Das ist aus Greenpeace-Sicht Greenwashing.

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