Große Bandbreite

Dirigent Kristof Büsing übergibt den Taktstock – und somit die Leitung der Jugendkapelle – an seine Nachfolgerin Anna Albrecht. Stodal

Von der Titelmelodie der „Muppet Show“ über originelle „Body Percussion“ bis zum feurigen „Czardas“ – beim Galakonzert anlässlich des zehnjährigen Gründungsjubiläums der Jugendkapelle Lenzfried zeigten die jungen Musikerinnen und Musiker jetzt die ganze Bandbreite ihres Könnens. Das Jubiläum ist gleichzeitig auch das Ende einer Ära: Dirigent Kristof Büsing übergab den Taktstock an seine Nachfolgerin Anna Albrecht.

Zum zehnten Geburtstag packten jetzt alle ehemaligen und aktiven Mitglieder der Jugendkapelle des Musikvereins Lenzfried e.V. noch einmal ihre Instrumente aus, um zu einer musikalischen Zeitreise einzuladen. Die rund 70 jungen Musikerinnen und Musiker der aktuellen Besetzung zeigten ihr Können mit Stücken wie der Titelmelodie der „Muppets Show“, „A Little Suite Of Horror“, „Uncle Sam On Parade“ sowie „Body Percussion“, einer originellen Nummer, die fast ausschließlich aus Klatschen, Zungenschnalzen, Klopfen, Stampfen und Fingerschnipsen besteht. „Am besten feiert man den Geburtstag, wenn viele Gäste da sind“, so Dirigent Kristof Büsing, der die Gala souverän, charmant und mit viel Witz moderierte – und tatsächlich war die alte Lenzfrieder Klosterturnhalle der Maria-Ward-Schule komplett gefüllt. Auch an Ehrengästen mangelte es nicht: Die Kulturbeauftragte der Stadt Kempten, Hildegard Greiter, sowie Werner Rist, der 1. Vorstand des Musikvereins, würdigten das jahrelange freiwillige Engagement Büsings und seiner Musiker, während Richard Haneberg, der die Jugendkapelle 2001 ins Leben rief, einen kurzweiligen Abriss der Vereinsgeschichte seit 1840 lieferte. Anlässlich des Jubiläums hatte sich auch die Generation 2001 – 2006 in alter Besetzung wieder zusammengefunden. Ihr Teil der Gala wurde einer verstorbenen jungen Kollegin gewidmet, die eigentlich bei dem Abend hatte mitwirken wollen. Marius Hefele begeisterte beim „Czardas“ von Vittorio Monti mit einem beeindruckenden Klarinettensolo, bei „Blow The Trumpets“, stand das Trompetenregister im Mittelpunkt. Unterhaltsam blieb es auch zwischen den Stücken, wenn Büsing, der selbst als Knirps mit Klarinette und noch ausbaufähigem Können in Lenzfried auf der Bühne gestanden hatte („Beim Frühlingskonzert konnte ich genau drei Takte aus dem Stück ‘Zeitenwende’ fehlerfrei spielen“), Anekdoten aus seinem Wirken als Dirigent der jungen Leute im nicht immer einfachen Teeniealter zum Besten gab. Angesichts so mancher kleinerer Katastrophen, wie kurz vor Konzertbeginn grün angelaufenen oder auf 40 Grad erhitzten Musikern, regte er scherzhaft eine Fortbildung der Dirigenten „in Erste Hilfe und Krisenintervention“ an. Albrecht übernimmt Der festliche Abend bedeutete indes auch eine Zäsur: Kristof Büsing bleibt dem Verein zwar erhalten, legt aber die Leitung der Jugendkapelle nieder und übergab den Taktstock „wehmütig, aber auch glücklich und zufrieden“ an seine Nachfolgerin Anna Albrecht, die einst selbst zu seinen Klarinettenschülerinnen gezählt hatte. Nach gut zwei Stunden setzte schließlich der große Gesamtchor mit der Uraufführung des Stückes „Die Gedanken…spiele“ des Unterallgäuer Komponisten Kurt Gäble und dem Marsch „In Harmonie vereint“ einen würdigen Schlusspunkt unter einen gelungenen Konzertabend.

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