Ausstellung über Reformation begeistert in Isny

Museum am Mühlturm auf neuen Wegen

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Das ist die Schar der von Ute Dittmar ausgebildeten Darsteller bei der historischen Stadtführung. Sie sind auch Teil der Ausstellung im Museum am Mühlturm.

Viele Gäste hatte sich die Leiterin der Isnyer Museen, Ute Seibold, gewünscht, aber von dem Echo auf die Ausstellung über Menschen und Ereignisse rund um die Reformation war sie dann doch sichtlich überrascht.

Eine ganze Anzahl der Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung, konnte nur noch einen Stehplatz bekommen, war aber von der Vielfalt der Darstellungen und Themen so angetan, dass das keine Rolle spielte.

Verblüffend was sich da bietet. Unter dem Motto „500 Jahre Reformation – bitte persönlich!“ ist Ute Seibold ein ganz besonderer Weg zur Geschichte gelungen. Die Ausstellungseröffnung am vergangenen Sonntag hatte einen quicklebendigen Verlauf. Bürgermeister Rainer Magenreuter begrüßte und trug auch einen ganz persönlichen Eindruck von Isny vor, als er vor nunmehr zehn Jahren im Wahlkampf in Isny unterwegs war. Auch einige Zahlen hatte er parat. So leben in Isny heute 15 Prozent evangelische, 60 Prozent katholische und 25 Prozent Bürger mit anderen Richtungen friedlich unter einem „Dach“.

Nach Magenreuter trugen ganz im heutigen ökumenischen Sinne für die katholische Seite Pfarrer Dr. Edgar Jans und für die evangelische Seite Pfarrer Dietrich Oering ihre Gedanken dazu vor. Pfarrer Jans freute sich darüber, wie die Ökumene heute in Isny gelebt wird und stellte fest, dass immer weniger Trennendes zu erkennen ist. Pfarrer Oering hatte sich „eine knappe halbe Predigtlänge“ vorbereitet. Für ihn sind die Personen wichtig, die deutlich Einfluss in Isny hatten. Namen wie Hans Guldin, Hans Lanzenberg und die der Isnyer Patrizierfamilien sind wie ein roter Faden mit der reformatorischen Stadtgeschichte verwoben.

Anschließend war es Zeit für Ute Seibold und einen Überblick über die gesamte Ausstellung. Den konnte sie aber erst vortragen nachdem sie allen herzlich gedankt hatte. Dem Designbüro Oliver Kral, der Druckerei Ort &Kolb, vielen Sachkundigen für ihre Beiträge und Leihgaben und ganz besonders ihren zwei „Goldstücken“, Erich Laib und Hans Wagener, denen sie je eine Flasche Goldwasser überreichte. Dann kam sie zur Sache: Warum nicht die fällige Ausstellung anhand von Personen aus der Geschichte nacherzählen – Biografisch und mit Erzählungen den Personen ein Gesicht geben? Die Ausstellung setzt mit dem Einrichten der Prädikatur im Jahre 1462, einer Stiftung von dem wahrscheinlich in Isny geborenen Konstanzer Domherren Johannes Guldin, ein. Einige der Schätze aus der Prädikanten Bibliothek sind Teil der Ausstellung und zeugen von der Druckkunst dieser Zeit. Die Ausstellung ist bei aller Fülle klar gegliedert. An der linken Wand sind die Einflüsse von außen dargestellt. Auf diesem Teil der Ausstellung kann man wandern, bis man bei Martin Luther landet, der rechts vorne diesen Teil abschließt. Im Innenbereich soll man sich ein wenig in die Gassen von Isny versetzt fühlen und vieles über Isnyer Bürger und eben auch über Paul Fagius, der in Isny deutliche Spuren hinterlassen hat, erfahren.

Einen besonderen Teil an der Lebendigkeit des Abends hatte auch Johannes Rahn, der mit seiner Flöte und im historischen Gewand immer wieder seinen Auftritt hatte. Nach dem offiziellen Teil waren immer mehr Isnyer Bürger in historischen Gewändern zwischen den Gästen aufgetaucht. Das waren die Darsteller aus der besonderen Stadtführung, die an fünf historischen Orten während einer Führung durch die Stadt Szenen aus der Zeit der Reformation in Isny lebendig werden lassen. Eine Szene mitten in der Ausstellung hatten sie vorbereitet. Da bekommt man Lust auf diese Führung und in das Bild der Ausstellung gehören sie ebenfalls.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung rund um die Osterfeiertage: Donnerstag, 13. April und Samstag, 15. April, jeweils von 14 bis 17 Uhr, am Ostersonntag ist geschlossen. Die normalen Öffnungszeiten sind donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr. Die Eintrittspreise betragen drei Euro, ermäßigt zwei Euro, und für Kinder ab sieben Jahren einen Euro.  Manfred Schubert

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