Theater: Salz in der Suppe des Lebens

Theater in Kempten feiert zehnten Geburtstag

+
Dem zehnjährige Geburtstagskind mit Namen Theater in Kempten wird ein Ständchen gesungen: (v.l.) Nina Karmon, Birgitta Weizenegger, Frau Molitor, Michael Molitor, Dr. Franz Tröger, Dr. Ulrich Netzer, Annemarie Simon, Silvia Armbruster, OB Thomas Kiechle und Oliver Triendl.

Kempten – Festlich und fröhlich sagten Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Silvia Armbruster, die Künstlerische Direktorin, zum zehnten Geburtstag des Theaters in Kempten, des T:K, ein großes DANKE.

Eingeladen waren alle, die als Sponsorinnen und Sponsoren oder in ihren politischen Funktionen dafür gesorgt hatten, dass das Elend ein Ende fand, das heißt, das technisch veraltete und ramponierte hochbetagte Haus renoviert werden und mit neuen Ideen bespielt werden konnte.

Als OB Kiechle und Armbruster auf den Werdegang des Theaters zurückblickten, bot sich natürlich die Metapher von Schwangerschaft und Geburt an. Da war erst mal die lange und komplizierte Schwangerschaft: Ab dem Jahr 2001 wurde über Abriss und Neubau oder Renovierung des Hauses debattiert. Eine Hebamme, die Mäzenin Annemarie Simon, sammelte mit dem Verein „Zugabe“ innerhalb eines Jahres eine Million Euro ein, und so war am 26. Oktober 2007 nach anderthalbjährigem Umbau die glückliche Geburt, die Eröffnung mit dem Tanztheater Cumulus currendus. Das „Baby“ war allerdings nicht gerade pflegeleicht, mehrmals mussten die Windeln gewechselt werden. 

Peter Baumgardt, der erste Theaterdirektor, wollte das Haus zu einem künstlerischen Leuchtturmprojekt machen. Weil ihm das vorgegebene Budget aber alsbald Grenzen setzte, überließ der das „Baby“ 2010 der Dramaturgin Nikola Stadelmann. Sie kümmerte sich ebenfalls energisch um die Weiterentwicklung des Projekts, insbesondere mit den Schultheatertagen. Ihre Kündigung 2014 war wie ein Paukenschlag – das „Baby“ hatte doch gerade erfolgreich das Laufen gelernt, es fremdelte nicht mehr und die Kemptenerinnen und Kemptener fingen an, sich anzufreunden. Silvia Armbruster nahm sich daraufhin der „Erziehung des Kindes an“, wie es Kiechle formulierte und siehe da: Jetzt, nach zehn Jahren, steht es sicher auf den Beinen, wird immer heftiger geliebt und lacht strahlend in die Runde!

In der hervorragenden filmischen Retrospektive von Birgitta Weizenegger konnte die Festgesellschaft das trübe Vorher und das so viel pfiffigere Nachher des Gebäudes Revue passieren lassen. Im Film kamen auch fünf Persönlichkeiten zu Wort, die das Theater in Kempten maßgeblich geprägt haben und, im Falle von Dr. Franz Tröger, auch heute noch prägen: Annemarie Simon, die großzügige Sponsorin, der damalige OB Dr. Ulrich Netzer, dem das Theater auch ein persönliches Anliegen war, das Architektenpaar Molitor, dem es so prima gelungen ist, das Gebäude von Grund auf umzukrempeln, Licht und moderne Technik ins Haus zu bringen, und Dr. Franz Tröger, der sich mit Leib und Seele und vor allem mit Erfolg dem Ziel verschrieben hat, Musik ins Theater zu bringen.

„Dass das Theater so spontan und lebendig bleibt, wie es heute ist“, das wünschen sie sich alle für die Zukunft des Hauses.

Richtig beglückend war die Begleitmusik des Abends. Die Geigerin Nina Karmon und der Pianist Oliver Triendl hatten klassische Stücke ausgesucht und diese virtuos dargeboten.

Im ehemaligen Salzstadel, dem heutigen T:K gab es passend zum Schlusswort Armbrusters vom „Theater als Salz in der Suppe des Lebens“ für alle Gäste ein Glasfläschchen mit richtigem Salz. Eine nette Geste und Erinnerung, alsbald wieder nachzuwürzen, das heißt einen Theaterabend in Kempten einzuplanen.

Elisabeth Brock

Auch interessant

Meistgelesen

Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Manuel Schäffler testet Lithium-Ionen-Batterie in einem E-Auto
Manuel Schäffler testet Lithium-Ionen-Batterie in einem E-Auto
Sonderkommission der Polizei ermuntert Bürger, die Polizei zu verständigen
Sonderkommission der Polizei ermuntert Bürger, die Polizei zu verständigen
Drei Fraktionen schicken Westfalen ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Waltenhofen
Drei Fraktionen schicken Westfalen ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Waltenhofen

Kommentare