Großer Bedarf, wenig Plätze

Zwar sollen bis 2013 weitere 94 Krippenplätze wie hier in St. Anton entstehen, doch der Bedarf ist weitaus höher. Deshalb wird nun auch mit Unternehmen gesprochen. Foto: Archiv

213 Kinder unter drei Jahren werden im September keinen Krippenplatz haben. Das gab Schul-, Jugend- und Sozialreferent Benedikt Mayer vergangene Woche im Jugendhilfeausschuss bekannt. Bereits in Planung oder Ausführung seien Plätze für insgesamt 94 Kinder bis zum Jahr 2013. Mit den nach Bedarfsermittlung noch abzudeckenden 119 Krippenplätzen beschäftigte sich daher der Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Nach einstimmigem Beschluss zur Bedarfsanerkennung soll die grundsätzliche Versorgung der unter Dreijährigen in Kinderkrippen, Tagespflege und Kindergartenplätzen bedarfsgerecht entsprechend der Anmeldungen erfolgen und 40 Prozent Versorgungsgrad erfüllen.

Zu berücksichtigen gelte, so Mayer, für die jeweiligen Stadtteile zweckgerichtet zu planen, die Vielfalt der örtlichen Träger wie Kirchengemeinden mit einzubinden und keine isolierten Krippen, sondern in Kindertagesstätten integrierte Formen zu entwickeln. Auch die Konzeption der Kindertagesstätten müsse zur Ergänzung stimmen. Stärker ins Boot holen will die Stadt Unternehmen, die künftig einen stärkeren Beitrag leisten sollen. Lediglich die Firma Dachser biete ihren Mitarbeitern bislang eine Betriebskinderkrippe an, die angegliedert an den Kindergarten St. Michael voll belegt sei. Neue Vorschläge für die einzelnen Stadtgebiete: Im Kemptener Norden, wo durch die neuen Baugebiete Am Petzenbühl und Auf der Halde sowie hier angesiedelte Gewerbebetriebe eine hohe Nachfrage an Krippenplätzen bestehe, sah Mayer eine mögliche Lösung durch den Bau einer Kindertagesstätte im teilweise denkmalgeschützten Bauernhof Stiftsbleiche. Die Lage und das dazugehörende etwa 7000 Quadratmeter umfassende Grundstück nahe dem Gewerbegebiet Oberwang „erscheint ideal“. Voraussichtlich könnten dort drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen untergebracht werden, schätzte Mayer. Verwirklichbar sei ferner der Wunsch der Kindergartenleitung St. Hedwig, eine Krippengruppe anzubauen. Problematisch sei dagegen die Umwandlung einer Hortgruppe in eine Kindergartengruppe im „Haus für Kinder“-St. Lorenz, die möglicherweise die Notwendigkeit von gebundenen Ganztagsklassen in der Fürstenschule nach sich ziehen könnte. Konkret in der Planungsphase sei eine neue Krippengruppe im Kindergarten Bavaria am Adenauerring. Ob es eine weitere Krippengruppe im Kindergarten „Miteinander“ in der Schraudolphstraße, oder alternativ im Kindergarten „Arche Noah“ geben werde, sei noch offen. Mayer empfahl hier die Bevölkerungsentwicklung noch ein bis zwei Jahre im Auge zu behalten um den Bedarf eindeutig zu klären. Zweite Gruppe im Osten Eine zweite Krippengruppe soll in einem Anbau des Kindergartens „Mikado“ im Kemptener Osten entstehen. Sieben zusätzliche Plätze könnten in Leupolz in der Einrichtung „Die Barke“ entstehen, die künftig auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll. „Noch nicht weiter ausgereift“ bezeichnete Mayer Überlegungen, in der Städtischen Kindertagesstätte in Sankt Mang, eine Krippengruppe mit 12 Plätzen anzubieten. Eine zusätzliche Krippengruppe ist im Kindergarten „Wiesengrund“ angedacht. Diakonie-Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer griff die Anmerkung von Referatsleiter Mayer bezüglich der zunehmenden Rolle des „Platz-sharings“ auf: „Manche Mütter arbeiten in Teilzeit und bringen ihre Kinder nur zweimal pro Woche“, worauf man als Träger „eingehen muss“. Für OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) war auch nach der Diskussion klar, dass sich die „Stadt der Aufgabe stellt“, dass aber auch „das Engagement der Unternehmen hier nötig ist“.

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