Fachlicher Austausch

Bayerns Beste zeigen ihr Können

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Das sind die Landeschampions (vorne v.l.): Thomas Fleischmann (Landwirtschaft/Auszubildende) aus Mittelfranken; Regina Lindlmeier (Hauswirtschaft) aus Oberbayern, Peter Männer (Forstwirtschaft) aus Niederbayern und Felix Wachsmann (Landwirtschaft/Fortbildung) mit seinem Teampartner Axel Roth (hinten, beide aus Oberfranken). Es gratulierten Landesbäuerin Anneliese Göller, Bauernpräsident Walter Heidl, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Martin Baumgärtner, Landevorsitzender der Bayerischen Jungbauernschaft.

Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche ging es rund auf dem Spitalhof und am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

44 Nachwuchskräfte der Haus-, Forst- und Landwirtschaft waren aus ganz Bayern nach Kempten gereist, um sich beim Landesentscheid des Berufswettbewerbs zu messen und die Bayernchampions zu küren.

Auf dem Spitalhof herrscht reges Treiben. In kleinen Gruppen besprechen sich dick eingepackte junge Leute. Juroren eilen über den Hof. Von fern knattert eine Motorsäge. Jungbauer Lukas Schütz betastet den Hinterfuß von Braunviehkuh Flocki und erklärt den Richtern ihre Vorzüge: „Flocki ist eine tolle Jungkuh, sie hat ein super Euter.Ein großer Rahmen verspricht Langlebigkeit.“ Die Augen von Lukas leuchten. „Ich genieße die zwei Prüfungstage hier in Kempten. Wir treffen Gleichgesinnte und können uns über Fachliches austauschen. Da ich züchterisch weiterkommen will, schätze ich die Tierbeurteilung.“

Mit Leidenschaft dabei

Die Bewertung der Kühe ist Teil der Praxisprüfung beim Berufswettbewerb. Alle zwei Jahre richten ihn der Bund Deutscher Landjugend, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Landfrauenverband und die Schorlemer Stiftung aus.

Die Teilnehmer am Landesentscheid haben bereits Bezirks- und Kreisentscheid hinter sich. „Alle, die heute hier sind, sind Sieger“, sagt Martin Baumgärtner, Landesvorsitzender der Bayerischen Jungbauernschaft, „sie sind an ihren Aufgaben gewachsen.“ Dementsprechend lautet das diesjährige Motto: „Grüne Berufe sind voller Leben – Wachstum, Stärke, Leidenschaft“.

Bettina Spatz winkt mit den Händen. Teampartnerin Julia Göggelmann stoppt das Gespann. Die beiden rangieren einen Traktor mit Hänger rückwärts in ein Fahrsilo. Da ist nicht nur fahrerisches Können gefragt, sondern auch Verlässlichkeit. Bettina kommt aus dem Landkreis Landsberg, Julia aus dem Kreis Günzburg; beide sind im dritten Lehrjahr. Gekannt haben sie sich vor den Prüfungstagen nicht. Trotzdem klappt die Zusammenarbeit und Traktor und Hänger sind innerhalb der vorgegebenen Zeit eingeparkt. Die jungen Frauen sind mit ihrer Teamarbeit zufrieden. Die Selbsteinschätzung teilen sie dem Juror mit, der sie in die Bewertung einfließen lässt.

Zusammenarbeit wird in der Landwirtschaft immer wichtiger. Sei es beim gemeinsamen Maschinenkauf, bei der Gründung einer GbR oder bei der Zusammenarbeit mit Firmen. Die teilnehmenden Landwirte in Fortbildung, die etwa gerade den Meister machen, absolvieren sogar alle Prüfungsteile im Team. „Das war früher überhaupt kein Thema“, sagt Bauernpräsident Walter Heidl, der vor genau 40 Jahren selbst am Berufswettbewerb teilgenommen hat. „Wir waren alle Einzelkämpfer. Bei der heutigen Jugend sieht das ganz anders aus. Die Aufgaben sind komplexer und vielfältiger geworden“, sagt er.

Eine Präsentation ist ebenfalls Bestandteil der Prüfung. Die Hauswirtschafterinnen etwa hielten einen Vortrag, in dem Möglichkeiten, zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung aufgezeigt wurden.

Kommunikationsfähigkeit hält Landwirtschaftsminister Helmut Brunner für wichtiger denn je: „Wir müssen unseren Berufsstand erklären und Akzeptanz bewirken, damit die Landwirtschaft von der Öffentlichkeit getragen wird.“ Nur so lasse sich der derzeitige Strukturwandel bremsen.

Dass die jungen Land- und Forstwirte und die Hauswirtschafterinnen auch in diesem Bereich auf den Punkt fit waren, zeigten sie bei der Siegerehrung in kleinen Präsentationen, die das Publikum zum Lachen brachten. Heidl war sich sicher, dass die Bayernsieger auch im Juni beim Bundesentscheid in Mecklenburg-Vorpommern wieder ganz vorne mit dabei sein werden.

Susanne Kustermann

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