Ein Grund zum Diskutieren

Für gemischte Gefühle bei den Stadträten hat das Ergebnis der Bürgerbefragung vom Dezember vergangenen Jahres gesorgt, die Referent Dr. Richard Schießl am Donnerstagabend im Stadtrat vorstellte: Zwar lebt der Großteil der Befragten gerne in Kempten, nur wenige aber fühlen sich vom Stadtrat gut vertreten. Nun soll die Auswertung der zweiten Bürgerbefragung seit 1999 in den entsprechenden Ausschüssen analysiert und diskutiert werden.

Rund 5108 zufällig ausgewählte Kemptener waren im vergangenen Dezember aufgerufen, an der Bürgerbefragung teilzunehmen. Angesicht von 1935 zurückgeschickten Fragebögen (37,9 Prozent Rücklaufquote) sprach Dr. Richard Schießl von einer „breiten, repräsentativen Datenbasis“. Beantwortet werden sollten etwa 30 Fragen bzw. Fragenkomplexe beispielsweise zu den Themen Image der Stadt, Verkehr und Mobilität, Lebensqualität oder Servicearbeit der Stadtverwaltung. Um die aktuelle Befragung besser mit der von 1999 vergleichen zu können, waren wesentliche Teile von damals übernommen worden. Obwohl sich die Befragten zu den einzelnen Themenkomplexen großteils positiv äußerten, ergab die Umfrage auch Antworten, die den ein oder anderen Stadtrat nachdenklich machen dürften. So gaben zum Beispiel über 82 Prozent der Interviewten an, gerne in Kempten zu leben. 78 Prozent sehen in ihr die Metropole des Allgäus. Gleichzeitig halten aber keine 28 Prozent die Stadt auch für „jung und lebendig“ – was aber immerhin schon mal zehn Prozent mehr sind als 1999. Dagegen ist die deutliche Mehrheit der Meinung, dass sich die Kemptener Innenstadt in den vergangenen zehn Jahren positiv entwickelt habe und gute Einkaufsmöglichkeiten biete. Das Nachtleben vor allem am Wochenende wird dagegen überwiegend als mau bewertet. Kritisch betrachten die Bürger auch das Angebot an Parkplätzen in ihrer Wohngegend (41 Prozent) oder sind mit ihren Nachbarn unzufrieden (32,5 Prozent). Negativer Spitzenreiter 1999 war noch der zu laute Verkehrslärm, gefolgt von der Unzufriedenheit mit Nachbarn. Am wenigsten zufrieden sind offenbar die Anwohner in Bühl-Nord, der Stiftsstadt, Unter der Burghalde und Haslach, von denen über 50 Prozent umziehen wollen oder sich zumindest einen Umzug vorstellen können. Eher schlecht fällt auch das Zeugnis für den Stadtrat aus: Nur 1,4 Prozent der Befragten fühlt seine Interessen dort sehr gut vertreten, 14,3 Prozent antworteten mit „gut“. Das mache zwar nachdenklich, gab OB Dr. Ulrich Nutzer (CSU) zu. Aber grundsätzlich gelte für die Auswertung der Befragung: „Sie zeigt, dass die Menschen mit der Entwicklung überwiegend zufrieden sind“, sagte er. Nun gelte es, die Ergebnisse in Ruhe zu analysieren und auszuwerten. Geschehen soll das in den zuständigen Ausschüssen. Ausführliche Infos zur Bürgerbefragung 2010 gibt es auch auf der Internetseite der Stadtverwaltung unter www.kempten.de.

Meistgelesen

Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Langjähriger Leiter der Arbeitsagentur offiziell verabschiedet
Langjähriger Leiter der Arbeitsagentur offiziell verabschiedet
Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß
Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß

Kommentare