Grundsätzlich dagegen

Deutliche Kritik ließ die Bund Naturschutz Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu jetzt einmal mehr an der geplanten Nordspange verlauten. In einer ausführlichen Stellungnahme bemängelte Geschäftsführerin Julia Wehnert einige grundlegende Planungsvorgaben und -punkte und zog sogar eine rechtliche Prüfung in Erwägung.

„Wir lehnen die Planungen und damit das Bauleitverfahren zur Nordspange weiterhin aus grundsätzlichen Erwägungen ab“, schrieb Wehnert. Ihren Angaben zufolge habe die Stadt als Vorhabensträger die Verkehrsentwicklung in Kempten falsch interpretiert. Außerdem habe der überwiegend im Landschaftsschutzgebiet „Illertal“ liegende Eingriffsbereich eine hohe Wertigkeit für Hochwasserschutz und Naturschutz sowie eine Erholungsfunktion der nördlichen Stadtteile. Weiter kritisiert Wehnert, dass von vornherein die „Nullvariante“ nicht behandelt worden war. „Eine Untersuchung weiterer, anderer verkehrsplanerischer Alternativen zur Nordspange für den Norden Kemptens wird ohne fachliche Begründung ausgeschlossen“, führte sie an. Ferner zeigen die Bevölkerungs- und Verkehrszahlen der Stadt Kempten zwischen den Jahren 2007 und 2009 einen Rückgang. Die zugrunde liegenden Verkehrsprognosen für den Bedarf der Nordspange orientieren sich laut Wehnert nicht an diesen aktuellen und anderen neutral erhobenen Daten. Eher eine Neuplanung „Die Planungsänderungen zwischen Vorentwurf und Entwurf sind erheblich, sie stellen keine nachvollziehbare Planungsvertiefung dar, sondern gleichen einer Neuplanung“, beanstandet Wehnert weiter. So verkleinere die jetzt stark reduzierte Brückenüberspannung die Vernetzungsfunktion und Durchgängigkeit für die Belange von Natur, Umwelt und Mensch auf eine nicht mehr akzeptable Schmalspurlösung. Mit der vor kurzem öffentlich geäußerten, ablehnenden Haltung der Nachbargemeinde Lauben (der KREISBOTE berichtete) sieht die Bund Naturschutz-Kreisgruppe ihre Bedenken unterstützt und zieht das Verfahren auf Grundlage eines Bebauungsplanes grundsätzlich in Zweifel. Wehnert zufolge hält der Bund Naturschutz ein Planfeststellungsverfahren mit „offenem Ausgang“ und unter Prüfung der verkehrlichen Notwendigkeiten für erforderlich. „Eine rechtliche Prüfung der Verfahrenswahl behalten wir uns daher für die Nordspange vor.“

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