Die Stadt mit Händen sehen

Grundschüler der Fürstenschule sind kreativ in den Kunstarkaden

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Andreea Faciu im Gespräch mit den Grundschülern der Fürstenschule – sie erklärte ihnen den Videofilm „Touching in the City“

Kempten – Inspiriert von der rumänischen Künstlerin Andreea Faciu konnten die Grundschüler der Kemptner Fürstenschule letzten Dienstag in den Kunstarkaden ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Anlässlich der aktuellen Ausstellung der beiden Künstler Andreea Faciu und Torsten Mühlbach in den Kunstarkaden Kempten entstand die Idee zu einer Kunstaktion mit Grundschülern. 

Im Rahmen eines Kunstprojektes sollten zwei Werke der Künstlerin Andreea Faciu die Schüler anregen, eigene Ideen zu entwickeln und dies in Bildern umzusetzen. „Stadt anfassen“ könnte man das Motto nennen, sagte der Kunstpädagoge und Initiator Klaus Frühschütz. Mit dieser Aktion möchte die Künstlergruppe der Kunstarkaden den jungen Menschen eine Möglichkeit eröffnen, Zugang zur Kunst zu finden und dazu beitragen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Die in München lebende Künstlerin Andreea Faciu, Tochter eines regimekritischen, rumänischen Malers kam schon früh mit künstlerischen Prozessen und Techniken in Berührung. 

Sie entwickelte eine starke Affinität zu dreidimensionaler bildhauerischer Arbeit. Viele ihrer filmischen, installativen und performativen Kunstwerke möchten den Betrachter aktivieren und ihn als mitwirkenden Faktor miteinbeziehen. In zwei Werken, einem Bild und einem Videofilm mit dem Titel „Touching in the City“, die als Vorlage für das Kunstprojekt dienten, geht es um die tatsächliche Berührung einer Stadt mit deren eigener Materialsprache. Das Bild wurde in der FrottageTechnik erstellt, die sie sehr gerne verwendet, erklärte Faciu. Und der Videofilm ,der in der rumänischen Stadt Lasi beginnt und in Florenz endet, lädt den Betrachter ein, die körperliche Erkundung einer Stadt fast selbst spürbar wahrzunehmen. 

Im ersten Teil dieser Aktion sollten die Grundschüler der Klasse 3 b ein Bild unter Anwendung der Frottage-Technik erstellen, in Anlehnung an das von Andreea Faciu gestalteten Bildes. Sie legten Zeichenpapier auf Asphalt, Pflastersteine oder auch Schachtabdeckungen und übertrugen die jeweilige Oberflächenstruktur mittels Abriebtechnik und Graphitstiften aufs Papier. Durch die unterschiedliche Beschaffenheit der Oberflächen und durch Veränderung der Zeichenrichtung entstanden die verschiedenartigsten Abdruckbilder. Die Kinder waren begeistert bei der Sache. „Es hat Spaß gemacht und es war lustig“, so die einhellige Meinung. 

Und die Künstlerin fand die entstandenen Werke sehr gelungen. Nach einer kurzen Pause ging es in die zweite Runde des Projektes. Faciu beantwortete zahlreiche Fragen der Schüler, erzählte von ihrer Arbeit und schaute gemeinsam mit ihnen ihren Videofilm „Touching in the City“ an, in dem sie ihnen die unterschiedlichen Strukturen, die verschiedenen Gegenstände und die verwendeten Materialien erklärte, die sie in einer Stadt mit ihren Händen erkundet und erspürt hatte. Die Kinder konnten sich das sehr gut vorstellen, da sie dies auch tagtäglich machen, waren sie sich einig. Und so war dann ihre zweite Aufgabe auch die Stadt mit „den Händen anzusehen“ und sich gegenseitig dabei zu filmen. Mit viel Freude und Begeisterung wurde diese Aufgabe von den jungen Künstlern umgesetzt. Die entstandenen Bilder und Videofilme werden demnächst in den Kunstarkaden ausgestellt, um sie auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen, so Frühschütz. 

Christine Reder

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